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N° 1282
03. - 09.12.2022

nächste Aktualisierung
am 10.12.2022



Franz Schubert

Klaviersonate G-Dur D 894

Grigory Sokolov

Opus 111/Helikon OPS 30-148
(1992) Komponiert: Oktober 1826, Uraufführung: Datum unbekannt



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Franz Schubert

Klaviersonate G-Dur D 894

Walter Gieseking

Music & Arts/Note 1 17685 10702 3
(1947) Komponiert: Oktober 1826, Uraufführung: Datum unbekannt; ADD, mono



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Als ruhe er sich beim Aushorchen von Klängen aus, als schlage er einfach immer wieder ein paar Akkorde an, wachträumend, so hält Schubert im Jahre 1826 inne, bevor er dann in den letzten drei Sonaten (1828) noch einmal die Auseinandersetzung mit Beethovens Sonaten-Form sucht. Hier weicht er ihr aus. Auch wenn es der Verleger war, der dieser G-Dur-Sonate den Beinamen "Fantasie" gab, wird es Schubert ganz recht gewesen sein.
Warum das keine Sonate ist, verrät schon ihre erste Seite. Wie Säulen stehen da die langgehaltenen Akkorde in G-Dur, und unendlich lange bewegt sich Schubert nicht weg aus dieser magischen G-Landschaft, so fantastisch ungeformt noch, daß man eine regelrechte Sonate daraus nicht machen konnte. Dieser Beginn gehört zu den schwierigsten Interpreten-Aufgaben der gesamten Literatur, und dabei scheinen die paar Akkorde doch kinderleicht zu sein. Viele Pianisten haben hier Probleme - und doch sagen nicht wenige, gerade diese Sonate sei ihr Liebling bei Schubert.
Einer, dem man immer vorwirft, er verliere sich in den Schönheiten der Klanggebung und sei kein Architekt, Grigory Sokolov, gelingt vielleicht gerade darum eine wunderbare Interpretation. Was er an farblichen Varianten herbeizaubert, das wäre schon betörend genug für eine Empfehlung. Doch so versunken, wie er all die schönen Akkorde aushorcht, meint man, der meditierenden Geburtsstunde dieser Fantasie-Sonate beizuwohnen - und Sokolov kann weiterträumen und parlieren, denn Schubert zwingt ihn nicht in Konflikte.
Walter Gieseking war mindestens ebenbürtig als Magier aller Anschlagskünste. Bis zur Unhörbarkeit weitet er den zarten Raum zwischen ein- und dreifachem Piano. Doch wie er die ländlerische Leichtigkeit des Finales, das als problematisch gilt, in wirklich magisches Glück verwandelt, das offenbart eine weise Gelassenheit. Und wir ahnen, daß dieser zeitvergessend leichte Plauderton nicht wieder vorkommen wird bei Schubert, weil ihm Visionen von Schmerz und Tod solche anmutigen Visionen nicht mehr erlaubt haben. Nun beginnt das Spätwerk.

Matthias Kornemann




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