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N° 1253
14. - 20.05.2022

nächste Aktualisierung
am 21.05.2022



Dmitri Schostakowitsch

Violinsonate op. 134

David Oistrach, Swjatoslaw Richter

Melodiya/BMG 74321 40710 2
(1969) 5 CDs, Komponiert: 1968, Uraufführung: 1969 in Moskau; Teil der Oistrach-Edition; Live-Aufnahme



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Dmitri Schostakowitsch

Violinsonate op. 134

Oleg Kagan, Swjatoslaw Richter

Olympia/Helikon OCD 579
(1985) Komponiert: 1968, Uraufführung: 1969 in Moskau; Live-Aufnahme



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Dmitri Schostakowitsch

Violinsonate op. 134

Isabelle van Keulen, Ronald Brautigam

Vanguard Classics/Note 1 99021
(1992) Komponiert: 1968, Uraufführung: 1969 in Moskau



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Schostakowitsch komponierte sein Zweites Violinkonzert zu David Oistrachs sechzigstem Geburtstag im Jahre 1967 - und merkte zu spät, dass er ein Jahr zu früh dran war. Seinen Fehler, der ihm angesichts des engen Verhältnisses zu David Oistrach besonders peinlich war, versuchte er durch ein weiteres, wiederum Oistrach gewidmetes Werk "gutzumachen", eben die Violinsonate op. 134. Die Uraufführung - zusammen mit dem Pianisten Moissej Wainberg – fand am 8. Januar 1969 bei einer internen Veranstaltung des russischen Komponistenverbandes statt, die erste öffentliche Aufführung am 3. Mai 1969 zusammen mit Swjatoslaw Richter.
Die Violinsonate ist durch bittere Erfahrungen früher Jahre, das politische Klima der Entstehungszeit (Niederwerfung des "Prager Frühlings") und Schostakowitschs schlechte gesundheitliche Verfassung geprägt. Sollten daran je Zweifel aufkommen, müssten sie durch Quartmotive im ersten Satz - als alte Todesmotive - und die Anlehnung an Motive aus Alban Bergs Violinkonzert im dritten Satz ausgeräumt sein.
Betrachtet man die Aufführung vor dem Komponistenverband als Prüfung hinsichtlich der "politischen Tauglichkeit für öffentliche Aufführungen", darf man den Mitschnitt der Aufführung mit David Oistrach und Swjatoslaw Richter vom 3. Mai 1969 als die eigentliche Geburtsstunde der Sonate ansehen. Sigrid Neef spricht von einer "Interpretation ohne jeden Kompromiss, weder gegenüber dem Publikumsgeschmack, noch gegenüber jeglichem Schönheitsideal, nur der Wahrheit einer zornigen und bitteren Erfahrung verpflichtet." Außer einer bedingungslosen Empfehlung möchte ich dem nichts hinzuzufügen.
Der Konzertmitschnitt von Oleg Kagan und Swjatoslaw Richter aus dem Jahre 1985 überzeugt durch einen überragenden Kagan und eine Oistrach noch übertreffende Kompromisslosigkeit. Im Allegretto wird auskomponiertes Grauen, Zwang und nackte Gewalt schonungslos offenbart. Von den jüngeren Aufnahmen ist Isabelle van Keulen mit Ronald Brautigam an erster Stelle zu nennen. Auch hier führen instrumentale Extraklasse und Interpretationsdichte zu packenden Ergebnissen.

Wolfgang Wendel




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