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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



Henry Purcell

Dido and Aeneas

Véronique Gens, Nathan Berg u.a., Les Arts Florissants, William Christie

Erato/Warner Classics 4509-98477-2
(1994) Komponiert: Datum unbekannt, Uraufführung: 1689 in London



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Henry Purcell

Dido and Aeneas

Anne Sofie von Otter, Stephen Varcoe u.a., The English Concert, Choir of The English Concert, Trevor Pinnock

Archiv Produktion 427 624-2
(1988)



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Unserem heutigen Opernverständnis stehen die musikdramatischen Schöpfungen der englischen Restaurationszeit nicht besonders nahe: Ihre Dramaturgie ist sprunghaft, und die Verbindung zwischen Musik und Text geht über eine friedliche Koexistenz kaum je hinaus.
"Dido und Äneas" allerdings - eine Oper, die Henry Purcell nach neuesten Erkenntnissen als eine Art höfisches Maskenspiel konzipierte (Aufführungen des Stücks sind allerdings erst aus einem Londoner Mädchenpensionat 1689 überliefert) - fällt aus ihrem historisch-geographischen Umfeld deutlich heraus. Nicht nur der dicht gearbeitete, geradlinige dramatische Verlauf des Stücks und die psychologische Komplexität seiner Charaktere stehen uns heute noch nahe, sondern auch das Thema einer Liebesbeziehung, die von unerbittlichen und unerklärlichen Schicksalsmächten zerstört wird. Das alles greift, so wie Purcell es vertont hat, immer wieder ans Herz.
Da "Dido und Äneas" nur fragmentarisch überliefert ist, enthalten Einspielungen wie Aufführungen des Werkes notwendig immer auch hypothetische Rekonstruktionen. Das ist auch bei den Aufnahmen unter Trevor Pinnock und unter William Christie der Fall. Die Entscheidung, welchem der beiden Dirigenten dabei der Vorzug zu geben ist, mag ich nicht treffen. Gemeinhin liegt mir William Christie mit seinem betont tänzerischen Ansatz näher - ein Ansatz, der Purcells auffälliger Betonung des tänzerischen Elementes im Stück Rechnung trägt. In den Arien herrschen zudem ein sehr feiner lyrischer Ton und eine überaus durchdachte klangfarbliche Balance und Vielschichtigkeit.
Meinem gelegentlichen Faible für dramatische Wirkungen kommt hingegen Trevor Pinnock - mit grundsätzlich dramatischeren Sängern - eher entgegen. Und wenn Anne Sofie von Otter in einer von Purcells schönsten Arien hingebungsvoll die Sehnsucht nach dem Grabe besingt ("When I am laid in earth") - welchen Zuhörer packte da nicht heimlich nekrophiles Verlangen?

Susanne Benda




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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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