home

N° 1273
01. - 07.10.2022

nächste Aktualisierung
am 08.10.2022



Responsive image

Stanley Music!

Paolo Fresu, Devil Quartet

Blue Note/EMI 5099951284527
(64 Min., 1/2007) 1 CD

Na klar, Miles. Es ist das selbst gewählte Schicksal des italienischen Trompeters Paolo Fresu, dass er ständig mit dem Prinzen der Finsternis verglichen wird. Und was soll man sagen: Der Auftakt seiner ersten CD mit neuem, nach dem Teufel benannten Quartett, entkräftet das Vorurteil beileibe nicht. Im Gegenteil: Der hibbelige ostinate Bassgroove, die charakteristischen Kicks im Thema und nicht zuletzt der lustvolle Gebrauch von Effektgeräten in der Nummer "Another Road to Timbuctu" weisen ganz klar auf den Miles der elektrischen Phase hin.
Allerdings mit einer nicht ganz unerheblichen Einschränkung. Davis kam nie bis nach Sardinien. Beziehungsweise: Er hat sich nie solche lustigen folkloristischen Motive einfallen lassen wie Fresu, der sich hier, wie auch bei zwei weiteren Stücken auf "Stanley Music!" keck aus dem Melodienschatz seiner sardischen Heimat und anderer mediterraner Landstriche bedient. Das ist gleichermaßen originell wie humorvoll.
Wirklich satanisch geht das Devil Quartet allerdings beim Großteil der Kompositionen nicht zu Werke. Die Titel sind – mit Ausnahme der freien Exkursion "Devil’s Game" – dann doch oftmals eher zart und menschenfreundlich balladesk, wogegen natürlich nichts einzuwenden ist. Vor allem dem Gitarristen Bebo Ferra kommt das nämlich sehr zugute. Er kann zeigen, dass er nicht nur wie der Teufel das Jazzrockidiom bedienen kann, sondern auch an der Akustischen und als ausgewiesener Fan von Bill Frisell (man höre nur "Qualche Anno Doppo") zu gefallen weiß.

Josef Engels, 01.02.2008



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Für sein aktuelles Album hat der Trompeter Matthias Höfs ein Werk ausgegraben, das als das einzige ernstzunehmende romantische Trompetenkonzert des 19. Jahrhunderts gilt. Es stammt aus der Feder des deutsch-russischen Komponisten Oscar Böhme. Der 1870 bei Dresden geborene Komponist studierte in Deutschland und Ungarn und emigrierte anschließend nach Russland und nahm die russische Staatsangehörigkeit an. Trotz seiner Bemühungen um eine perfekte Integration in die russische Gesellschaft […] mehr


Abo

Top