Responsive image

Blues Forever

Emil Mangelsdorff-Quartet

L+R/Bellaphon CDLR 714427
(69 Min., 1/2007) 1 CD

Emil Mangelsdorff, Jahrgang 1925, Nestor des deutschen Jazz, ist zwar alt an Jahren, jedoch jung und frisch im Spiel. Mit dem Pianisten Thilo Wagner, dem Bassisten Vitold Rek und dem Schlagzeuger Janusz Stefanski jammt er so entspannt, wie es sich für eine gelungene Mainstreamsession gehört. Das Quartett nimmt Klassiker wie "Nica’s Dream", "Body and Soul", "The Song is You", "Lover Man" oder "Prelude to a Kiss" als Ausgangspunkt. Es stellt die Themen vor, und dann reihen sich die wohl formulierten Soli aneinander, wobei der Bandleader am häufigsten im Vordergrund steht. Mit klarem Ton umspielt er die Themen mit Ornamenten, und wie bei einer Session im Club schließt sich das Solo des Pianisten oder Bassisten nahtlos an. Dabei erweist sich vor allem Thilo Wagner als facettenrei-cher, großartig swingender Pianist, dessen Finger im Solo flink über die Tasten fliegen und der als Begleiter geschickt Akzente setzt. In "Au Privave", "A Night in Tunisia" und "Confirmation" gesellt sich der Posaunist Bert Boeren als Gast zu dem Quartett und bringt mit seinem rauen Ton zusätzliche Far-be ins Geschehen. Der Mainstream der vier Herren und ihres Gasts wurzelt in den späten 1940er und den frühen 1950er Jahren, im Bebop und dem swingenden Spiel jener Zeit. Sie haben den Blues – und zwar nicht jenen Blues des Schemas, sondern jene tief empfundene Gefühlswelt, die aus Musik Jazz macht.

Werner Stiefele, 01.02.2008



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Ahnengalerie: Im Wien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat man es schon schwer als Komponist. Mozart, Beethoven, Schubert – übermächtig liegt auf allen Gattungen der Glanz der Heroen, die den klassischen Kanon geschaffen hatten. Was kann man dem noch hinzufügen? Johannes Brahms, dem man oft melancholisches Zaudern unterstellte, setzte sich in Wirklichkeit besonders lange und eingehend mit diesen Vorbildern auseinander, bevor er seinen Beitrag stimmig empfand. So ist sein Werk […] mehr »


Top