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Trio

Sebastian Studnitzky

Herzog Records/Edel 42601090096
(44 Min., 8/2007) 1 CD

"Was ich mit dieser Aufnahme wollte, ist eine Visitenkarte in Noten. Ganz ohne marktschreierisches Konzept-Geschwurbel", erklärt Sebastian Studnitzky. Das klingt fast wie eine Entschuldigung dafür, dass der gebürtige Schwarzwälder nicht den direkten Zweikampf mit der Trompete spielenden Konkurrenz in Deutschland sucht. Gewiss, er mag nicht ganz so posterboymäßig schmuck daherkommen wie die Kollegen Brönner und Wülker. Aber sein Licht unter den Scheffel stellen muss Studnitzky nicht. Mit Brönner hat er diesen ganz speziellen, luftdurchwirkten Ton gemein, der – bei richtiger Anwendung – Herzen brechen kann. Mit Wülker verbindet ihn das Geschick, einprägsame Melodien zu entwerfen und diese in atmosphärisch dichte Arrangements zu wanden.
Studnitzky braucht dafür nicht viel. Auf "Trio" wird er von Dieter Ilg am Kontrabass und von Wolfgang Haffner am Schlagzeug begleitet, zuweilen hört man auch ganz subtil gesetzte Streicher. Zudem spielt der Trompeter selbst Klavier. Durchaus mit einigem Können. Aber ohne allzu von Stolz geschwellter Brust. Was wichtiger Bestandteil der Musizierphilosophie auf "Trio" ist. Reduktion aufs Wesentliche hat hier den Vorzug vor Beliebigkeit. Studnitzkys Kompositionen sind einfach wie Volkslieder aus Skandinavien. Und auch die beiden Fremdaneignungen – der Bossaklassiker "Chega de Saudade" sowie Herbie Hancocks "Dolphin Dance" – strömen bei aller Lust an der Umdeutung eine große Gelassenheit aus. Wenn das kein Konzept ist!

Josef Engels, 08.02.2008



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