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N° 1220
25.09. - 01.10.2021

nächste Aktualisierung
am 02.10.2021



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Jean-Philippe Rameau

Opernarien

Jean-Paul Fouchécourt, Opéra Lafayette, Ryan Brown

Naxos 8.557993
(64 Min., 2/2006) 1 CD

In gewisser Weise ist diese CD als eine Art Trostpreis für Jean-Paul Fouchécourt zu sehen: Nachdem der Franzose nun wohl nicht mehr damit rechnen kann, Rameaus Platée auf CD oder DVD verewigen zu dürfen, darf er nun wenigstens die wichtigsten Soloszenen seiner Paraderolle der Nachwelt überliefern. Mehr als jede andere Rolle des französischen Haute-Contre-Fachs, an dessen Wiederbelebung Fouchécourt in den 90er Jahren maßgeblichen Anteil hatte, ist die Rolle der verschmähten Sumpfnymphe auf seine leichte, aber extrem nuancierungsfähige hohe Tenorstimme zugeschnitten – die fünf "Platée"-Ausschnitte sind in ihrer perfekten Verschmelzung von Stimmfarben und Sprachwitz schlichtweg hinreißend. Dass dieses Rezital für Fouchécourt ziemlich spät kommt, stört hier am wenigsten – Rameaus Sumpfblüte muss ja nicht schön klingen, solange der Charakter stimmt. Schwerer fallen die oft schon gefährlich schlingernden langen Töne bei den ernsteren Arien aus "Castor et Pollux" und "Dardanus" ins Gewicht, die so einen leicht jammerigen Beigeschmack bekommen – ohnehin war Fouchécourts Stimme wohl auch zu Glanzzeiten eher für komische als für heroische Rollen ideal. Das kanadische Ensemble "Opéra Lafayette", das für Naxos schon einen beachtlichen "Castor" eingespielt hat, begleitet diese Hommage an Pierre de Jélyotte, den berühmtesten Haute-Contre des 18. Jahrhunderts, unter Ryan Brown stilsicher und in den eingestreuten Tänzen mit leichtfüßiger Eleganz.

Jörg Königsdorf, 08.02.2008



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