home

N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



Responsive image
Frédéric Chopin

Fantasie f-Moll, Andante spianato & Grande Polonaise op. 2, Ballade Nr. 1 g-Moll, Scherzo Nr. 1 b-Moll, verschiedene Mazurken und Walzer

Arturo Benedetti Michelangeli

Music & Arts/Musikwelt CD 924
(1962) mono

Eine weitere sensationelle Ausgrabung des amerikanischen Sammler-Labels Music & Arts: Nach Swjatoslaw Richters frühen Schubert-Dokumenten (siehe CD-Olymp 4/97) jetzt ein bislang unbekanntes Chopin-Programm des stets rätselhaften ABM aus dem Jahr 1962, das er vermutlich für die RAI in Turin einspielte, dann aber wohl nicht freigab. Trotzdem ist fast jedes Stück eine neue Chopin-Offenbarung, denn so ausgeklügelt-intelligent, so elegant-federnd, rhythmisch-pointiert und dabei so aristokratisch-nobel hat Michelangeli selbst in seinen späteren, diskografisch fruchtbaren Jahren Chopin nicht mehr gespielt.
Mit welcher stürmischen Verwegenheit und doch schlackenlos-trocken er sich etwa in die Schlußattacke der Grande Polonaise op. 22 stürzt, um dann stolz den Sieg davonzutragen, das ist so unnachahmlich und großartig wie der mysteriös-verhaltene, fast getupfte Beginn der berühmten a-Moll-Mazurka (op. 68,2). Es sind hochsensible, dabei messerscharf ausgeleuchtete Erkundungen des komplexen Chopinschen Seelenkosmos und perfekt gearbeitete, funkelnde Preziosen, die ihr Geheimnis hinter ihrer fast abweisenden Schönheit verbergen.

Attila Csampai, 30.06.1997



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Zum Warmwerden: Von Tenören, die gerne auf der Rasierklinge zwischen Kunst und Kommerz reiten, ist es ja bekannt. Das aber auch Instrumentalisten „ihr“ Weihnachtsalbum aufnehmen, hat Seltenheitswert. Zumal, wenn es auch noch so glückt wie im Fall des Harfenisten Xavier de Maistre. Der verbindet gleich mehrere Programmideen. So ist dieses Album nämlich nicht nur Begleitmusik fürs Weihnachtszimmer, sondern auch eine Verneigung vor einem großen Kollegen unter den Konzertharfenisten, […] mehr


Abo

Top