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Frédéric Chopin

Walzer, Präludien, Mazurkas u.a.

Pieter Wispelwey, Dejan Lazić

Channel Classics/Helikon 16298
(59 Min., 5/2000) 1 CD

Ja, stimmt schon, was Pieter Wispelwey, der holländische "Authentiker"-Jungstar, im Beiheft schreibt: Chopin liebte das Cello ganz besonders. Drei seiner fünf Kammermusik-Originale sind für Cello und Klavier komponiert. Fix leitet Wispelwey daraus ab, dass auch die Walzer, Mazurken und Etüden für Klavier solo solcherart bearbeitet werden können: als cremige Salonstücke eben für Cello und Klavier.
Das hat denn mit "Authentizismus" rein gar nichts mehr zu schaffen; rennt Wispelwey so forsch in die andere Richtung, um dem Etikett zu entkommen? Denn während die Originale den Gedanken "Salon" nicht zwingend nahelegen, klingen Wispelweys und Lazićs Arrangements immer ein bisschen chintzig. Sogar die paar, die andere große Cellisten der Vergangenheit sich zurecht gelegt haben (Carl Dawidow, Gregor Piatigorsky).
Dieses Salon-Parfüm will auch nicht weichen, wenn es geradezu absurd virtuos zugeht, schon fast unspielbar, wie in der Grande Valse brillante D-Dur. Aber schön, Wispelwey macht seine Sache gut, träumerisch "sotto voce" (mit gedämpfter Stimme), differenziert im Vibrato, fließend in der Bogenführung. Jedenfalls schwappt er nicht übers Ziel hinaus wie "Mr. Manierismus" Mischa Maisky. Letztlich lässt sich gegen diese Veröffentlichung nur argumentieren, dass es eben nicht die Originale sind. Aber für Cellisten und Cello-Liebhaber bewundernswerte "Cover-Versionen", das schon.

Thomas Rübenacker, 18.01.2001



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