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Saffronia

Lyambiko

Sony BMG 88697 23162-2
(53 Min., 12/2007) 1 CD

Es ist schwer, die Songs eines Idols neu zu interpretieren. Wie weit soll man sich auf dessen Stil einlassen? Wie weit Eigenheiten von dessen Stimme übernehmen? Und wie weit die Grundideen der Arrangements zitieren? Die Berliner Sängerin Lyambiko entschied sich bei ihrer Hommage "Saffronia" an Nina Simone für eine geistige Nähe zu jenen Originalen, in denen Nina Simone sich auf die Songs konzentriert und mit kleiner Besetzung auf allen schmückenden Zierrat verzichtet. Die sparsamen, auf den Kern konzentrierten Arrangements von Lyambikos Trio heben die Blueswurzeln der Songs hervor, und Lyambiko selbst steht mit klaren, weitgehend von Verzierungen freien Melodien klar vor der Band. Dabei vermeidet sie die direkte Kopie und verleiht Songs wie "Don’t Let Me Be Misunderstood", "I Loves You Porgy" oder einer groovenden Coverversion von George Harrisons "Here Comes the Sun" ihren persönlichen Charakter. Ihre Stimme wirkt offener und freier; andererseits gehen manche Texte bei ihr weniger unter die Haut als bei Nina Simone, die jede Textzeile in eine persönliche Botschaft verwandelte und dabei manchmal auch übertrieb. Doch gerade dieser Unterschied macht auch die Qualität aus: Lyambiko bleibt sie selbst und mutiert nicht zur Imitatorin. Die Hommage ist gelungen.

Werner Stiefele, 16.02.2008



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