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Joseph Haydn

Sinfonien Nr. 9-12

Finnische Sinfoniker, Patrick Gallois

Naxos 8.557771
(60 Min., 2/2005) 1 CD

Mit Folge 32 ist die Gesamtaufnahme der Haydnsinfonien bei Naxos nahezu komplett, ohne dass jemand groß Notiz von diesem Projekt genommen hätte. Was ein bisschen ungerecht ist, aber wohl daran liegt, dass die Vorteile dieses Zyklus eher praktischer Art sind: Im Gegensatz zu anderen Einspielungen, die nur in größeren CD-Blöcken erhältlich sind, hat der Konsument hier die Möglichkeit, auch die selteneren frühen Sinfonien auf Einzel-CDs zu erwerben. Die interpretatorische Qualität der einzelnen Folgen ist indessen Glückssache, weil die Naxosproduzenten auf die an sich kluge Idee gekommen sind, die Mammutaufgabe unter mehrere Ensembles zu verteilen. Die Sinfonia Finlandia, die schon mit einer Aufnahme der ersten fünf Sinfonien mit dabei ist, gehört jedenfalls nicht zu den Glücksgriffen in dieser Auswahl. Unter ihrem Chef, dem französischen Flötisten Patrick Gallois, liefern die Finnen die Sinfonien Nr. 9-12 als frühklassische Normalfälle ab. Im kompakten Klangbild und mit sinfonisch angedickter Besetzung wird Haydn nach Plan gespielt: Statt die noch arg konventionellen Stücke durch rhetorische Pointierung und fantasievolle Agogik aufzupeppen, beschränken sich Gallois und seine Musiker darauf, diese Anfangsstationen von Haydns Weg zum Sinfoniker brav, sauber und überraschungsfrei zu referieren. Kein Wunder, dass das alles ziemlich gleich und austauschbar klingt. Über solche Konfektions-Frühklassik sind wir eigentlich schon seit mindestens 20 Jahren hinaus.

Jörg Königsdorf, 16.02.2008



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