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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



Gustav Holst

Die Planeten

Sinfonieorchester Montreal, Chor von Montreal, Charles Dutoit

Decca 417 553-2
(1986) Komponiert: 1914-1916



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Gustav Holst

Die Planeten

Monteverdi Choir, Philharmonia Orchestra, John Eliot Gardiner

Deutsche Grammophon 445 860-2
(1994) Komponiert: 1914-1916



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Vom visionären, mystisch angehauchten Orchesterwerk zum Demonstrationsobjekt für die akustische Durchschlagskraft von Stereoanlagen - eine Spätkarriere, die Gustav Holst seinen "Planeten" sicherlich nicht gewünscht haben wird. Dennoch wurde das Werk von Anfang an mehr ob seiner Opulenz als wegen seiner kompositorischen Qualitäten gewürdigt. Der begeisterte Hobbyastrologe Holst charakterisierte seine "Planeten" als eine "Folge von Stimmungsbildern", in denen der Charakter der einzelnen Planeten musikalisch wiedergegeben werden sollte.
Es mag heute überraschen, dass die "Planeten" zu ihrer Entstehungszeit in England als unglaublich modernes, radikales Werk galten. Doch war Holst der erste britische Komponist, der es wagte, Einflüsse von Strawinsky und Schönberg in sein Werk zu übernehmen. So finden sich Elemente der eruptiven Rhythmik von Strawinskys "Sacre" im "Mars", und in den changierenden Akkordfolgen des "Saturn" und "Neptun" kann man Schönbergs Klangfarbenspiele der "Fünf Orchesterstücke" wiedererkennen. Im übrigen präsentieren sich die "Planeten" als eine letzte Synthese spätromantisch-impressionistischer Orchesterkunst.
Böte die Musik lediglich eine Zusammenfassung von Einflüssen, brauchte man dem Werk keinen allzu hohen Rang einzuräumen. Holst bedient sich jedoch auch individueller und völlig neuartiger Mittel, mit denen es ihm gelingt, eine geradezu hypnotische Wirkung zu erzielen. Dazu zählen die konstanten Wiederholungen unregelmäßiger Rhythmen, etwa im "Mars". Als einzigartiges Beispiel eines "Über-Impressionismus" hat vor allem "Neptun" zu gelten. Frei schwebende Akkordketten und ostinate Harfen- und Celesta-Glissandi unter Verzicht auf jede melodische Kontur vermitteln den Eindruck übersinnlicher Entrücktheit. Am Ende werden die beiden wechselnden Akkorde des textlosen, sich entfernenden Frauenchors wiederholt, bis sie nicht mehr zu hören sind: Die Musik entschwebt im Raum.
Bei einer Einspielung eines derart auf Farbwirkungen basierenden Werkes spielt die Aufnahmequalität eine große Rolle. Charles Dutoit hat nicht nur in dieser Hinsicht alles zu bieten, was das Herz begehrt - der Klang ist präsent, dynamisch und sehr natürlich. Das gilt auch für die Aufnahme John Eliot Gardiners, der den brutal-bedrohlichen wie auch den entkörperlichten Momenten der "Planeten" sogar noch etwas mehr Farbe abzugewinnen weiß.

Thomas Schulz




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