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Ludwig van Beethoven

Sinfonien Nr. 5 u. 8

Königlich Flämische Philharmonie, Philippe Herreweghe

Pentatone/Codaex PTC 5186 316
(54 Min., 6/2007) 1 CD

Nachdem er lange als Spezialist für die großen Chorwerke galt, tritt Philippe Herreweghe nun zusehends auch als Dirigent der klassisch-romantischen Sinfonik hervor: Nach seinem Schumannzyklus und seinen Maßstab setzenden Bruckneraufnahmen werkelt der 60-Jährige derzeit an einem Beethovenzyklus. Dass Herreweghe dabei kein Originalklang-Ensemble benutzt, sondern die (bis auf Pauken und Trompeten) mit konventionellen Instrumenten spielenden flämischen Philharmoniker, ist zunächst einmal eine Überraschung. Doch erstens haben die Flamen in zehn Jahren Zusammenarbeit mit Herreweghe ihre Lektion in historisch informiertem Musizieren gelernt und zweitens hat Herrweghes Argumentation, bei Beethovens Sinfonien spiele die Klanfarbe keine so entscheidende Rolle, zumindest im Falle der rhythmisch dominierten Sinfonien fünf und acht einiges für sich. Zumal, wenn man wie Herreweghe keine romantisierende Tiefgründelei betreibt, sondern die klassische Kontur der Werke und ihren straff organisierten Energiefluss hervorhebt. Im Gegensatz zu Paavo Järvi und der Deutschen Kammerphilharmonie, deren Beethoveneinspielungen durch musikantischen Überdruck aufgeladen sind, herrscht bei Herreweghe strenge Ökonomie der Mittel: Das berühmte Ta-Ta-Ta-Taa-Motiv der Fünften wird eher nüchtern hingeworfen und verlangt erst durch den tiefen, plastisch vorgewölbten Schlusston der Kontrabässe eine Antwort. Spannung erzeugt Herreweghe in der Regel nicht durch pathetische Rubati oder pointierte Überraschungsdynamik à la Rattle, sondern durch prägnant herausgearbeitete Crescendi. Was diesem in sich schlüssigen, konsequenten Beethoven fehlt, ist allein jenes Gran an Gefühlswärme und Überschwänglichkeit, mit denen man nicht nur den Kopf, sondern auch das Herz überzeugt.

Jörg Königsdorf, 07.03.2008



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