Responsive image
Georg Friedrich Händel

Duetti Amorosi

Nuria Rial, Lawrence Zazzo, Kammerorchester Basel, Laurence Cummings

DHM/Sony BMG 88697 21472-2
(64 Min., 8/2007) 1 CD

Ein neues Traumpaar der Oper? Dank der immens gewachsenen Popularität barocker Bühnenwerke ist eine solche zugkräftige Partnerschaft ja nicht mehr nur mit Verdi und Puccini denkbar, sondern vielleicht auch – mit Händel, wie beim vorliegenden Duett-Debüt von Nuria Rial und Lawrence Zazzo. Die junge Katalanin Rial hatte in jüngerer Zeit vor allem durch eine wundervolle Einspielung des "Stabat Mater" von Pergolesi gemeinsam mit Carlos Mena auf sich aufmerksam gemacht; ansonsten war sie bisher noch kaum auf dem CD-Markt in Erscheinung getreten; im Blick auf ihr wundervolles Timbre und ihr hohes interpretatorisches Engagement war der Durchbruch indes nur eine Frage der Zeit gewesen.
An der Seite des im Klassikbusiness schon etablierteren amerikanischen Countertenors Lawrence Zazzo macht Rial sich nun auf den Weg zum Olymp des Barockgesangs. Besser könnten sich zwei Stimmen kaum mischen: Zazzos Alt scheint geradezu eine tiefere, etwas dunklere Fortsetzung von Rials Sopran zu sein – wundervolle Effekte sind in Liebesduetten auf der Basis dieser "Voci parallele"-Konstellation möglich! Die Künstler haben tief in die schier unerschöpfliche Arien- und Duettkiste des Vielschreibers G. F. Händel gegriffen, um exakt Passendes für ihren himmlischen Pas de Deux zu finden: Weder "Poro" noch "Muzio Scevola" oder "Arminio" gehören zu den vielgespielten Opern des unternehmerisch tüchtigen Wahl-Engländers; aber auf eines kann man sich bei Händel immer verlassen: Schön und affektstark ist seine Musik auch noch in der abseitigsten Partitur. Das garantiert allein schon die hohe Zahl der Eigenparodien, die sein Gesamtwerk durchzieht – was sich einmal bewährt hat, wurde wiederverwendet. Und so schmachten und schmeicheln sich Nuria Rial und Lawrence Zazzo, beide superbe Könner ihres Fachs, durch ein höchst erhebendes Händelprogramm – ein Genuss der Spitzenklasse, ganz ohne Zweifel.

Michael Wersin, 21.03.2008



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Gab es einen größeren Goethe-Verehrer unter den Komponisten als Ludwig van Beethoven? Den Poeten lernte Beethoven 1812 kennen, da hatte er sich von dessen Werken schon längst zu eigenen Kompositionen inspirieren lassen, vor allem zu einer ausgedehnten Bühnenmusik zum Trauerspiel „Egmont“. Eine geniale Mischung aus Poesie bzw. poetischer Andeutung und musikalischer Ausgestaltung, aus Worten und Klang. Diese Musik habe er „bloß aus Liebe zum Dichter geschrieben“, meinte Beethoven in […] mehr »


Top