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Antonín Dvořák

Konzert für Cello und Orchester op. 104, Sinfonische Variationen für Orchester op. 78

Pieter Wispelwey, Budapest Festival Orchestra, Iván Fischer

Channel Classics/harmonia mundi CCS 25807
(63 Min., 12/2006) 1 CD

Womöglich braucht es einen Interpreten der Güteklasse Wispelweys, um einem abgefidelten alten Schlachtross wie dem Cellokonzert Antonín Dvořáks noch ein ungeahntes Maß an unschuldiger Frische abzugewinnen. Dass Pieter Wispelwey dies vermag, kommt nicht von ungefähr: Seine knappen Einführungsworte im Beiheft, locker und souverän hingeworfen, zeugen von einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit der Materie – nicht etwa allein mit Fingersätzen und Strichtechnik, sondern mit dem weit gefassten kulturgeschichtlichen Umfeld des Stücks. Und verbindet sich vollendetes Cellospiel schließlich mit einem klaren, intelligenten Blick auf die Musik samt ihrer Hintergründe, dann kommt eine Musterinterpretation wie die vorliegende zu Stande, bei der jeder Ton und jede Phrase ein Höchstmaß an Lebendigkeit und Sinnfülle atmet und prägnanter Teil eines schlüssigen Gesamtkonzepts wird; sinnlos, Einzelereignisse dieser Darbietung zu beschreiben: Man höre einfach und staune – höre auch, wie perfekt der Dirigent Iván Fischer mit seinem Budapest Festival Orchestra auf Wispelweys Intentionen eingeht, wie durch aufmerksames Aufeinandereingehen eine schlichtweg vollkommene Partnerschaft zwischen allen Beteiligten zu Stande kommt. Wahrlich eine große Aufnahme – entstanden als Livemitschnitt einer Aufführung in Budapest.

Michael Wersin, 04.04.2008



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