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Claudio Monteverdi

Mardrigalbücher Nr. 1 u. 9

La Venexiana

Glossa/Note 1 GCD920921
(73 Min., 7/2006) 1 CD

Nun ist es also vollbracht, liegen alle acht Madrigalbücher, die zu Lebzeiten Monteverdis erschienen sind, als Gesamteinspielung vor. Den krönenden Abschluss begeht das Vokalensemble La Venexiana aber nicht nur mit "Primo Libro dei Madrigali" von 1587. Es schließt den Kreis mit dem posthum veröffentlichten "Nono Libro dei Madrigali" (1651), das neben vier, bereits aus dem achten Madrigalbuch bekannten Madrigalen hauptsächlich instrumental begleitete Canzonetten enthält. Kompositorischer Aufbruch und die erlangte Meisterschaft in der emanzipatorischen Balance zwischen Text und Musik – diese beiden Flanken bilden auf einer CD zumindest chronologisch das Lebenswerk von Il Divino Monteverdi ab. Von den interpretatorischen Maßstäben her, die La Venexiana mit seinen bisherigen Einspielungen ganz weit oben angesiedelt hat, ist man hingegen etwas enttäuscht.
Natürlich fühlt man sich allein im ersten Madrigalbuch, in dem Monteverdi kontrapunktisch und empfindsam zu Werke ging, durchaus in Abrahams Schoß, was die reinen A-Capella-Ströme angeht. So sehr aus den Gesellenstücken eine sprach- und atembezogene Musik wird, so kommt man nicht umhin, La Venexianas Organik und Tonschönheit einen leicht routinierten Zug zu attestieren. Vieles ist da doch allzu gefällig und ohne die sublim eingeflochtenen Spannungsmomente. Das gilt gleichermaßen für das neunte Madrigalbuch. Der pastoralen Delikatesse, dem auseinandertreibenden und dann wieder zueinander findenden Stimmengeflecht fehlen die Leichtigkeit, die Italianità und vor allem jener Esprit, um allein so einen Liedtitel wie "Alle danze, alle gioie" ins wirkliche und wahre Leben zu überführen.

Guido Fischer, 20.06.2008



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