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Frédéric Chopin, Sergei Rachmaninow

Sonaten für Violoncello u. Klavier

Alexander Kniazev, Nikolai Lugansky

Warner Classics 2564 63946-2
(74 Min., 7/2006) 1 CD

Es ist eine noble Art von Understatement, wenn man sein im Übermaß vorhandenes Können nicht allezeit auf dem Präsentierteller vor sich her trägt: Bescheidener und verantwortungsvoller Umgang mit reichhaltigen Möglichkeiten, stets im Dienste des Werkes. Dass Nikolai Lugansky einer der brillantesten Pianisten unserer Tage ist, kann wohl kaum bezweifelt werden. Als Begleiter mit technisch überaus anspruchsvollem Part erweist er sich als einfühlsam, sensibel, unprätentiös, kurzum als durch und durch dialogbereit. Alexander Kniazev beherrscht sein Cello mit vollkommener Souveränität, entlockt dem Instrument vom satten, leidenschaftlich vollblütigen bis zum ganz geraden, vibratolosen Ton eine faszinierend umfangreiche Palette an Farben und Ausdruckmitteln. Die elegant-verinnerlichte, differenzierte Darbietung von Chopins Cellosonate durch diese beiden Künstler gehört zu den besonderen Ereignissen im gegenwärtigen Klassikangebot. Deutlich kraftvoller, zupackender und süffiger präsentieren Kniazev und Lugansky dann Rachmaninows g-Moll-Sonate op. 19 – sie finden für dieses im Duktus so andere Stück auch einen ganz eigenen interpretatorischen Tonfall und zeigen dem Hörer dabei gleichzeitig eine neue, extrovertiertere Seite ihres Könnens. Wer könnte sich der Wirkung solch üppig rauschender Klangwogen entziehen? Kniazev und Lugansky sprechen auf dieser CD mit der Vielschichtigkeit ihrer interpretatorischen Herangehensweise den kühlen Kenner ebenso an wie den schwelgerischen Genießer.

12.05.2007



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