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Orlando di Lasso, Heinrich Schütz, Marc-Antoine Charpentier, William Walton u.a.

Canticum Canticorum

Les Voix Baroques

Atma/Musikwelt ACD2 2503
(69 Min., 3/2007) 1 CD

Hohelied-Vertonungen aus sechs Jahrhunderten, sinnvoll gegliedert in ein Programm von etwa 70 Minuten Dauer verpackt, vorgetragen von ein und derselben Gruppe von sechs Sängern, die bei Bedarf von einem klein besetzten Instrumentalensemble begleitet werden. Solche künstlerischen Leistungen gehören immer noch zu den Ausnahmen – allzu verlockend ist es, sich (selbst im Bereich der älteren Musik) auf eine einzige Stilepoche zu spezialisieren. Das haben die Künstler von "Les Voix Baroques" nicht nötig: Ihnen gelingen die eröffnenden Motetten von Lasso und Palestrina mit der Leichtigkeit eines Heimspiels: Wie Honig fließen die einzelnen Linien des polyfonen Geflechts dahin, jede für sich in prononcierter Weise den Text tragend und darbietend, und verbinden sich zu einem lebendigen Ganzen, an dessen klanglicher und intonatorischer Erscheinungsform es nicht das Geringste auszusetzen gibt.
Solches Ensemblekönnen als Miteinander jeweils brillanter Einzelleistungen taucht selbstverständlich auch die Musik von William Walton oder Healey Willan in ein wunderbares Licht – Musik, die von Haus aus vermutlich mit einem größeren Vokalensemble rechnet, aber im solistischen Vortrag eine lichte Durchlässigkeit, eine zauberhafte Duftigkeit atmet, wie sie ihresgleichen sucht. Hervorragend schlagen sich die Sänger schließlich auch noch als Solisten in monodischen Kompositionen von Heinrich Schütz oder Domenico Mazzocchi: Kompetenz in verschiedenen Stilen zu beweisen scheint ihnen Freude zu machen, scheint ihre Kreativität zu Höchstleistungen anzustacheln. Ein wundervolle CD, die hoffentlich die ihr zustehende Aufmerksamkeit erregen wird!

Michael Wersin, 04.07.2008



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