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Wolfgang Amadeus Mozart

Violinsonaten Vol. II

Dmitri Sitkowetzky, Konstantin Lifschitz

Hänssler Classic/Naxos 98252
(77 Min.) 1 CD

Viel hört man nicht mehr vom Geiger Dmitry Sitkovetsky, dem einst eine ganz steile Karriere prophezeit wurde. Zum einen liegt das wohl daran, dass ihm das Dasein eines spezialisierten Virtuosen schon früh langweilig geworden ist und er viel Zeit und Energie in seine Tätigkeiten als Dirigent und Festivalleiter investiert hat. Andererseits hat wohl auch das letzten Quäntchen Ausstrahlung gefehlt, das es braucht, wenn man erfolgreich auf lange Sicht ganz oben mitmischen will. Auch bei der Fortsetzung seines Mozart-Sonatenzyklus’, nunmehr mit dem jungen ukrainischen Pianisten Konstantin Lifschitz, geizt Sitkovetsky mit Reizen. Die von einer etwas nasalen Aufnahmetechnik noch verstärkte Nüchternheit seines fast vibratolosen Tons ist gewiss nicht jedermanns Sache, zumal Sitkovetsky auch seinen Bogen extrem sachlich führt. Die daraus resultierende geradlinige und sehr präsente Artikulation neigt dazu, den Notentext deutlicher zu machen als die Musik, für die er eigentlich steht. Sitkovetskys rigider Diätplan für Mozart ist immerhin mit Lifschitz genauestens abstimmt – das wenige, was sie machen, machen sie im Gleichschritt. Als Hörer steht man etwas unschlüssig vor solcher Teamarbeit: man freut sich über ihre Transparenz und Reibungslosigkeit und fühlt sich (und Mozart) doch meistens außen vor. Nur hin und wieder, etwa im gänzlich ent-emotionalisierten Andante der Sonate KV526, schlägt die Stimmung um. Dann entspringt der radikalen Enthaltsamkeit plötzlich ein ganz eigener, stiller Ton, von dem man unverhofft im Innern berührt wird.

Raoul Mörchen, 11.07.2008



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