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Georg Friedrich Händel, Johann Mattheson

Deutsche Arien

Monika Mauch, L’arpa festante, Rien Voskuilen

Carus/Note 1 CAR 83.426
(57 Min., 4/2008) 1 CD

Kein Mangel an Neuaufnahmen von Händels “Neun deutschen Arien” zurzeit – kein Wunder, nächstes Jahr ist Händeljahr. Einige der Neuproduktionen konnten schon vorgestellt werden; das Niveau war durchaus unterschiedlich. Als wirkliches Ereignis durfte man Carolyn Sampsons Version (Hyperion) bezeichnen, denn die Engländerin bot neben passablem Deutsch und kreativer Verzierungskunst vor allem eine Menge stimmliches Gold, das sie stilgerecht in den Dienst der barocken Kantilenen zu stellen verstand. Ganz so viel Glanz, das muss man unumwunden konstatieren, gibt es bei Monika Mauch nicht; ihr angenehm timbrierter Sopran erfreut vor allem durch ein inneres Leuchten, aber vokale Extraversion ist Monika Mauchs Sache nicht unbedingt. Genau dies kommt allerdings ruhigeren, in sich gekehrteren Stücken, vor allem der Arie „Süße Stille, sanfte Quelle“, durchaus zugute: Die friedvolle Gelassenheit, die Mauch hier zu evozieren versteht, zieht wirklich in den Bann. Für „Meine Seele hört im Sehen“ dagegen – auf dieser CD übrigens ungewöhnlicherweise mit einer Oboe als obligatem Soloinstrument – würde man sich etwas mehr Leucht- und Strahlkraft wünschen.
Bemerkenswert fiel indes die instrumentale Gestaltung aus: Rien Voskuilen improvisiert die Continuopartien ideenreich an Orgel oder Cembalo und verzichtet in „Das zitternde Glänzen“ sogar ganz auf das obligate Soloinstrument, indem er dessen Partie einfach mit übernimmt – ein singulärer Vorgang in der Diskografie dieser Ariensammlung. Erfreulich auch die Vielfalt der Solo- und Continuoinstrumente: Neben der Violine werden auch Flöte und Oboe verwendet, und an der Continuogruppe partizipieren bei sehr differenziertem Einsatz in stets wechselnder Kombination zusätzlich zum Tasteninstrument Harfe, Theorbe und Gitarre – das haben wir bisher in diesen Stücken nicht gehört. Ergänzt wird das Händel’sche Oeuvre – auch dies eine gute Idee – durch drei reizvolle „Deutsche Arien“ von Händels gutem Freund und langjährigem Weggefährten Johann Mattheson, deren Instrumentalpart stärker besetzt ist als bei Händel – ein reizvoller Kontrast.

Michael Wersin, 29.08.2008



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