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Forest Of Oblivion

Pablo Held

Pirouet/Medienvertrieb Heinzelmann PIT3032
(58 Min., 8/2007, 12/2007) 1 CD

Es ist, als gehöre der junge Jazz den Pianisten. Hype mag zwar auch im Spiel sein, aber tatsächlich spielen die profiliertesten Newcomer Klavier. Der 21-jährige Pablo Held gehört ohne Zweifel zu den vielversprechendsten Talenten unter ihnen. Dreimal bereits hat er den ersten Preis bei „Jugend jazzt“ in NRW gewonnen und das zum ersten Mal als Zwölfjähriger. Wer nun vermutet, dass dieser Pablo Held auf seinem Debütalbum sich konventionell einführen und zunächst einmal seine Visitenkarte als virtuoser Interpret von Standards abgeben würde, der darf getrost und neugierig aufatmen. Zwar vollzieht sich Helds Einstand im Trio, also durchaus klassisch, und sein Bemühen, mit den Partnern Robert Landfermann am Bass und Jonas Burgwinkel am Schlagzeug das Konzept vom Begleiter und Solisten über Bord zu werfen und jedem Triomitglied die Aufgabe zu geben, beides zur selben Zeit zu sein, ist seit Bill Evans auch nicht mehr so ganz neu auch wenn sich diese Idee mit am überzeugendsten im zweiten großen Miles-Davis-Quintett verwirklicht hat.
Vielleicht taugt dieser Hinweis am ehesten, sprachlich zu vermitteln, wie dieses Trio klingt: man stelle sich das noch sehr junge Miles-Team von Herbie Hancock, Ron Carter und Tony Williams vor, das mit der sensiblen Introvertiertheit eines Bill Evans agiert und um das jugendliche Wissen bestens geförderter Talente von heute verfügt. Nicht ohne Grund stammen die beiden Fremdkompositionen aus den Federn von den Miles-Alumni Tony Williams und Wayne Shorter. Jedenfalls klingt, worum hier die Sprache ringt, äußerst überzeugend und natürlich; die ganz große, zwingende Spannung ist bereits mehr als zu erahnen.

Thomas Fitterling, 19.09.2008



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