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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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Antonio Vivaldi, Giuseppe Tartini

Die vier Jahreszeiten, Sonate g-Moll "Teufelstrillersonate"

Joshua Bell, John Constable, Academy of St Martin in the Fields

Sony BMG 88697 3570-2
(54 Min., 5/2007, 5/2008) 1 CD

Wenn einer den ca. 186 Aufnahmen der Vivaldi-"Jahreszeiten" noch eine 187. hinzufügt, müsste er eigentlich etwas Neues dazu sagen können oder wenigstens eine neue Erzählbeleuchtung gefunden haben. Aber geht das denn überhaupt noch? Die "period style"-Apologeten haben sich so beholfen, dass sie Vivaldis Klangeffekte immer weiter zuspitzten, bis die Musik oft nur noch ein Geräusch war – Frühlings Erwachen mit immer kläffenderem Köter, Winters Klirren in immer fröstelnder machenden Kältegraden. Violinexzentriker wie Nigel Kennedy fanden Mittel und Wege, den Barock mit Jazz unter Strom zu setzen, sie machten sich das Werk im wahrsten (aber nicht immer im besten) Sinne "zu eigen". Vielleicht hat der US-Amerikaner Joshua Bell ja recht, wenn er die vier Werke in der Konvention wieder "erdet", wenn er nicht mehr macht, als rundum genau ausgehörte Concerti grossi zu spielen, wie man es schon seit 50 Jahren tut. Allerdings beginnt man sich dann zu fragen: für wen eigentlich? Wer das Werk liebt, hat es. Wer es nicht liebt, braucht es nicht. Und dass gerade Joshua Bells Version die heiß ersehnten Nachwuchshörer herbeimissioniert, darf denn doch bezweifelt werden. Das schafft eher (und auch nur vielleicht!) Nigel K.
Viel interessanter ist, für uns ältere, Musik liebende Onkels und Tanten, Tartinis "Teufelstrillersonate" im Beiprogramm. Die gibt es nicht so oft, weil sie nämlich tatsächlich teuflisch schwer ist und statt Wintergeklirr nur eine Handvoll spiralisierender, auch den Hörer anstrengende Trillerketten hat. Bells PR-Leute haben dazu eine hübsche Story ausgekocht: Wenn der Geiger seine Stradivari von 1713 unters Kinn klemme, schlage er praktisch eine Brücke in die Vergangenheit, denn Tartinis Teufelswerk sei genau damals entstanden – und der Barockgeiger habe ebenfalls Stradivari-Instrumente bevorzugt. Ob dann nicht gerade die Bell'sche vielleicht ...?! Nun, wenn das stimmte, wär's trotzdem nur eine zwirndünne Verbindung. Und ein bisschen dünn bleibt auch des Geigers Tongebung: schön, aber in kleinem Rahmen. Ein bisschen die näselnde Eleganz eines Heifetz, ein bisschen aber auch Blutarmut. Die Trillerketten kommen natürlich gestochen, eine Mini-Kadenz made by Bell sagt nicht allzu viel, aber schlecht ist das alles nicht, das kann man nicht behaupten. Nur ziemlich entbehrlich.

Thomas Rübenacker, 17.10.2008



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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