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Here & Gone

David Sanborn

Decca/Universal 1767524
(42 Min.) 1 CD

Jazzpuristen rümpfen beim Namen David Sanborn die Nase, denn der Saxofonist kennt den Markt und hat fast alle seine Platten auf den Geschmack eines breiten Publikums abgestimmt. Doch was ist falsch daran? Im Gegensatz zu anderen Königen des Kommerz beherrscht er sein Instrument – und wie! Sein Farbenreichtum, seine Atemführung, seine dynamischen Nuancierungen sind über jeden Zweifel erhaben. "Here & Gone" ist ein reines Bluesalbum mit den Vollblutjazzern Christian McBride am Bass und Wallace Roney an der Trompete sowie dem oft zu Hammondsounds greifenden Keyboarder Gil Goldstein und dem mit allen Wassern gewaschenen Schlagzeuger Steve Gadd. Als Gastsänger verstärken Derek Trucks, Eric Clapton, Sam Moore und Joss Stone die Band sowie die Gitarristen Anthony Wilson und Derek Trucks.
Dieses Team hat den Blues – und wie! Mit einer erdenschweren Grundierung, mit vollmundigem Satzspiel und brillanten Soli. Vom ersten bis zum letzten Takt variiert die Band die gängigen Bluesklischees – seien es Riffs, Tutti, das Ineinandergreifen von Orgel und Gitarre oder kleine Fills in den Atempausen zwischen Sololinien. Dieser Blues hat nichts mehr mit Baumwollfeldern und anderen Klischees aus der Musikgeschichtsmottenkiste zu tun – und dies, obwohl auch die uralten Schlachtrösser "St. Louis Blues" und "Basin Street Blues" zum Repertoire zählen. Der Blues von David Sanborn ist modern und urban. Er perfektioniert, was schon seit Jahrzehnten in den großen Live-Clubs gespielt wird. Hinzu kommt, dass alle Beteiligten großartige Storyteller sind, die nicht nur Töne spielen, sondern mit diesen auch kleine Geschichten erzählen.

Werner Stiefele, 17.10.2008



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