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George Enescu

Cellosonaten op. 26

Laura Buruiana, Martin Tchiba

Naxos 8.57 0582
(68 Min., 8/2007) 1 CD

Wandlungsfähiger, schwer greifbarer George Enescu: Während seine erste Sonate für Violoncello und Klavier, komponiert im Jahre 1898, mit großem Brahms'schen Gestus daherkommt (Enescu hatte bis 1894 in Wien studiert, um dann an das Pariser Conservatoire zu wechseln), erweist sich seine zweite und letzte Sonate für diese Besetzung als ein im Tonfall deutlich moderneres, im Duktus bisweilen fast aphoristisches Werk, dem teilweise Themen aus der rumänischen Volksmusik zugrunde liegen. Mit dem Duo Laura Buruiana (Cello) und Martin Tchiba (Klavier) haben diese beinahe polar entgegengesetzten Werke umsichtige Interpreten gefunden, die der romantischen Intensität der ersten Sonate gut, dem grüblerisch-drängenden Idiom der zweiten sogar noch besser gerecht zu werden verstehen.
Gewissenhafte Durchdringung der musikalischen Substanz und des Ausdrucksgehalts – der gebürtige Ungar Tchiba hat auch eine kompositorische Ausbildung, Laura Buruiana hat als Rumänin, so könnte man meinen, einen instinktsicher direkten Zugang zur Musik ihres Landsmannes – scheinen die Vorbedingungen der auf dieser CD zu erlebenden flüssig-eloquenten, geschmeidigen, klangvollen und detailverliebten Interpretation zu sein. Damit ist diese CD ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einem tieferen Verständnis der Musik und der komplexen Persönlichkeit George Enescus, des Studienkollegen von Maurice Ravel und Violinlehrers von Yehudi Menuhin – möge er nicht auf Dauer ein weitgehend Unbekannter bleiben.

Michael Wersin, 31.10.2008



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