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Diverse

Trompetenkonzerte

Alison Balsom, Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

EMI Classics 216 2130
(52 Min., 2/2008) 1 CD

Ihre Kollegen würden sich oft auf die schwierigen hohen Töne konzentrieren und darüber vergessen, Musik zu machen, kritisierte die Startrompeterin Alison Balsom jüngst in einem Interview. Die Britin ist mit dem Anspruch angetreten, es besser zu machen, und mit ihrem zweiten Album geht sie ans Allerheiligste des Repertoires: Die Konzerte von Haydn und Hummel sind der Prüfstein für jeden Trompeter und entsprechend stark ist die CD-Konkurrenz. Doch Balsom schlägt sie alle aus dem Feld: Mit ihrem weichen, im angedunkelten Timbre fast an eine Jazztrompete (oder auch an ihren Lehrer Håkan Hardenberger) erinnernden Ton, mit einem cremig schmelzenden Legato, aber auch mit einer Virtuosität, die nicht nach Technik, sondern nach purer Spielfreude klingt, macht Balsom wirklich Musik.
Das Finale des Hummelkonzerts, für das sie die etwas tiefere, klanglich wärmere Es-Dur-Version wählt, ist nicht bloß schneidiges Signalblasen, sondern entwickelt Delikatesse und Charme – der militärische Habitus wird mit einem Augenzwinkern präsentiert. Im Vergleich zu Balsoms spielerischer Eleganz wirkt ihr derzeit stärkster Konkurrent Gábor Boldoczki in seiner Einspielung der beiden Werke geradezu linkisch – und auch rein technisch klingen die Spitzentöne bei der Britin abgerundeter und werden besser in die Melodielinien integriert. Die Deutsche Kammerphilharmonie ist der perfekte Partner für das Programm, das nach diesen beiden Highlights mit zwei Konzerten von Torelli und Neruda noch ein luxuriöses Chillout bietet: Frischer, federnder und dialogfreudiger sind diese Werke wohl nie begleitet worden.

Jörg Königsdorf, 13.11.2008



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