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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



Im Jahr 1969 sang der Tenor Peter Pears zum letzten Mal die Rolle des Fischers Peter Grimes, die Benjamin Britten für ihn geschrieben hatte und mit der er identifiziert wurde wie mit keiner anderen Rolle. Bereits Ende der Fünfzigerjahre hatte er die Oper unter Leitung des Komponisten für die Schallplatte aufgenommen. Damals war die Stimme mit dem eigentümlich brüchigen Timbre noch frischer und runder, doch scheint es, als wäre seine Gestaltung des Außenseiters, der teils durch eigene Schuld, teils durch eine aggressive Kleinstadtgesellschaft in Wahnsinn und Tod getrieben wird, in den zehn Jahren zwischen den beiden Aufnahmen noch weiter gereift. Die Inszenierung stammt von Joan Cross, der Ellen Orford der Uraufführung, und wirkt auf den ersten Blick etwas angestaubt. Doch wer sich auf die alten Fernsehfarben und die naturalistischen Kulissen einlässt, merkt schnell, dass der Chor in seiner Dumpfheit und Brutalität minutiös geführt wird. Eine gefährliche Ansammlung von Individuen, die sich ihren Sündenbock sucht und gegen die Grimes kaum eine Chance hat. Heather Harper singt und spielt eine ernste und mitfühlende Ellen Orford. Bryan Drake ist stimmlich ein recht kühler Balstrode, doch fügt er sich in das Ensemble der kleineren Rollen perfekt ein, mit denen die Regisseurin ein beklemmendes Kleinstadtpanorama der Lügen und Halbwahrheiten auffächert. Sie alle werden überragt von Peter Pears, der den Eigenbrötler Grimes in seiner tragischen Zerrissenheit zeigt. In jeder Sekunde ist er ein Vorbild an Diktion, Phrasierung und detaillierter Gestaltung für alle Sänger, die sich an Britten versuchen wollen. Der Komponist lässt seine Partitur in aller orchestralen Wucht aber auch in den kammermusikalischen Feinheiten aufschimmern. Das London Symphony Orchestra kennt sich in seiner Musik bestens aus und folgt ihm in jedem rhythmischen Detail. Dies ist die Musteraufführung einer der populärsten und wichtigsten Opern des 20. Jahrhunderts, nun endlich wieder verfügbar, nachdem sie jahrzehntelang in den BBC-Archiven lagerte.

Uwe Friedrich, 21.11.2008



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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