home

N° 1290
28.01. - 03.02.2023

nächste Aktualisierung
am 04.02.2023



Responsive image
Ludwig van Beethoven

Klaviersonaten op. 14 Nr. 1 & 2, op. 26, op. 28

Murray Perahia

Sony BMG 88697 32646-2
(70 Min., 6/2008) 1 CD

Die Briten werden Murray Perahias neue CD lieben: Denn in seiner ersten Beethoven-Einspielung seit Langem zeigt der Wahllondoner genau die Qualitäten, die dort traditionell hoch im Kurs stehen: Einen runden, gepflegten Klavierton und eine Interpretation, die stets dezent und ausgewogen bleibt, ohne durch übermäßigen Ausdruck anzuecken.
Alle, denen das reicht, kommen mithin auf ihre Kosten: Wer dagegen durch das Beethovenspiel solcher Interpreten wie Schnabel, Serkin, Arrau oder Richter verdorben ist, wird vermutlich schon beim kreuzbraven Variationssatz von Opus 26, der die CD eröffnet, einnicken. Aufbegehren, Übermut, Schwärmerei, all das sucht man in Perahias Sparflammenspiel vergebens. Weder schwingt sich der Trauermarsch von Opus 26 zur Strenge auf, die einem Heldengedenken gebührt, noch zeigt Perahia Neigung, in den beiden Sonaten Opus 14 etwas anderes zu sehen als etwas zu groß geratene Sonatinen. Wer wissen will, welche Spannung in den hier auf engem Raum aufeinander prallenden Gegensätzen von Konvention und Kühnheit steckt, muss wohl doch zu Kempffs 1951er Einspielung greifen. Und wer einmal gehört hat, welches Geheimnis der Anfang der "Pastorale" bei Gulda besitzen kann und wie provokant trotzig Gould dagegen die gleiche Stelle angeht, der wird bei Perahia vor allem eines vermissen: Mut zur Meinung.

Jörg Königsdorf, 27.11.2008



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Auf Anregung seines Lehrers Carl Friedrich Zelter schrieb der blutjunge Felix Mendelssohn Bartholdy im Alter von 12 bis 14 Jahren zwölf Streichersinfonien im Zeitraum von 1821 bis 1823. Diese Werke bildeten sein Übungs- und Experimentierterrain für den musikalischen Satz, die Instrumentation und die sinfonische Form. Mendelssohn überschrieb die Stücke, die er mal mit drei und mal mit vier Sätzen gestaltete, wechselweise mit „Sinfonia“ oder „Sonata“. In ihnen fand die […] mehr


Abo

Top