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Lunar Tunes

Jenny Evans

ENJA/Soulfood ENJ 9526
(58 Min., 11/2007, 12/2007) 1 CD

Vor vier Jahren hat die englische Wahlmünchnerin Jenny Evans mit ihrem Album "Nuages" bewiesen, dass sie weit mehr ist als eine raffinierte Swingvokalistin im Stil von Ella Fitzgerald und Anita O’Day. Jenny Evans ist zu einer modernen, definitiv europäischen Sängerin gereift, die mit ihrer erfahrenen sophistication den trällernd hauchenden Nachwuchs alt aussehen lässt. Als Angelsächsin hat sie authentischen Zugang zu der Welt der all American Standards und Evergreens, und als Europäerin gelingt ihr eine liebevolle Distanz, die ihren Gegenstand nie verrät und den Vortrag umso fesselnder macht.
Jenny Evans legt ihre Alben gerne thematisch an. Ihre aktuelle CD ist dem Mond gewidmet, jenem Gestirn, das immer wieder Dichter und Musiker inspiriert hat. Das Programm reicht von den klassischen Mondstandards wie "Moonlight Serenade" oder "Moon River" über Kompositionen von Dusko Goykovich und Erik Satie bis zu einer Arie von Antonín Dvorák. Wieder sind ihr der feinsinnige Pianist Walter Lang und der zusammen mit Schlagzeuger Rudi Martini grundsolide und dann doch wieder hip agierende Bassist Thomas Stabenow kongeniale Partner. Besonders pfiffig aber agiert das Ensemble Laurier, ein Streichquartett, das auf vier Titeln eine ideale und unumwunden jazzauthentische Folie für Evans’ sangliche Textgestaltung abgibt. Verantwortlich für diese gelungenen Streicherarrangements ist der brasilianische Multiinstrumentalist Márcio Tubino, der auch als Flötist, Saxofonist und Udu-Spieler in Erscheinung tritt. Doch was diese CD so erfrischend und natürlich macht, ist diese ganz und gar unprätentiöse selbstsichere Art, mit der sich Jenny Evans ohne Vokalisenschnickschnack auf die gesangliche Textgestaltung konzentriert. Schön, dass die Produktion diesen Aspekt unterstützt und im Booklet die Texte abdruckt.

Thomas Fitterling, 11.12.2008



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