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N° 1220
25.09. - 01.10.2021

nächste Aktualisierung
am 02.10.2021



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Sergei Prokofjew

Violinsonaten, drei Arrangements für Violine und Klavier

Erik Schumann, Henri Sigfridsson

Avi/AL!VE 8553122
(65 Min., 4/2007) 1 CD

Das Motorische und Groteske in seiner Musik fand Prokofjew selbst am uninteressantesten, obwohl (oder vielleicht auch: weil) sein Publikum genau diese beiden Aspekte für ihn so typisch fand. Anders als sein kränkelnder Kollege Schostakowitsch hat Prokofjew schon in jungen Jahren den Ruf genossen, musikalisch besonders maskulin und dynamisch (und auch etwas empfindungsarm) zu sein. Wer die beiden Violinsonaten in der Aufnahme von Erik Schumann und Henri Sigfridsson hört, wird solchem Urteil getrost zustimmen: Beide spielen mit hochgekrempelten Ärmeln, klar und kräftig, das Ziel immer dicht vor Augen und drum nicht geneigt, irgendwo auch nur einen Moment länger als unbedingt nötig zu verweilen. Der Zugriff ist fest, Klänge stehen stramm wie Register, neigen nicht zum Ausfransen oder Verschwimmen. Das verleiht der Interpretation eine unbestreitbare Geradlinigkeit und Stringenz, aber auch eine Härte, die Prokofjews Musik zwar ohnehin zu eigen ist, aber in der Ausführung vermutlich eher relativiert als verdoppelt werden müsste.
Trotz der erkennbaren Qualitäten vor allem des gerade 26-jährigen Geigers, seiner Konzentration etwa im Pianissimo, wirkt diese Einspielung phasenweise fast ungehobelt, jedenfalls vorläufig. Es fehlen Übergänge, Modulationen, Zäsuren, Überraschungen. Auch die Balance zwischen den Instrumenten vertrüge mehr Raffinement und – vor allem auf Seiten Sigfridssons – größere Sensibilität und Aufmerksamkeit.

Raoul Mörchen, 05.01.2009



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