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Johannes Brahms

Sonate fis-Moll op. 2, 16 Walzer op. 39, Scherzo es-Moll op. 4

Matthias Kirschnereit

Arte Nova/BMG 7432197433-2
(59 Min., 6/2002-7/2002) 1 CD

Mit einer Aufnahme von Brahms' frühen Werken für Klavier setzt Matthias Kirschnereit sein ehrgeiziges Projekt beim Label Arte Nova fort, für das er nach und nach sämtliche Klavierkonzerte Mozarts mit den Bamberger Symphonikern aufnimmt. Für die bereits vorliegenden Einspielungen hat er zu Recht höchste Anerkennung geerntet. Auch die neu erschienenen Brahms-Interpretationen stehen dem in nichts nach: Kirschnereit spielt beinahe beängstigend makellos, höchst inspiriert und erfrischend unprätentiös. Da gibt’s kein billiges Haschen nach Effekten, sondern pure Leidenschaft und Hingabe, die Brahms' Kammermusik kennzeichnet. Und das auf höchstem Niveau. Kirschnereit, der “Ausdrucksmusiker par excellence”, wie ihn die Süddeutsche Zeitung einmal treffend bezeichnete, spielt nicht nur souverän, sondern hat das, was er spielt, auch durchdrungen: Da weiß einer, was er spielt.
Neben dem kraftvollen Scherzo, der frühesten Klavierkomposition, die Brahms in Druck gab, steht die Sonate op. 2. Schumann umschrieb die Sonaten Brahms‘ einmal als “verschleierte Sinfonien” und wies darauf hin, dass Brahms “aus dem Klavier ein Orchester von wehklagenden und lautjubelnden Stimmen” mache. In dieser Tradition steht Kirschnereit, der dem Klavier mitunter wahre Stürme entlockt. Besonders gelungen sind die 16 Walzer op. 39, bei denen der Interpret seine ganze Farb-Palette entfalten kann.
Bei dieser konstanten Qualität, die Kirschnereits Aufnahmen auszeichnen, darf man mit Sicherheit gespannt sein, was demnächst noch folgt.

Karin Dietrich, 08.03.2003



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