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Anonymus

Manuscrit Susanne van Soldt, 1599

Les Witches

Alpha/Note 1 ALP526
(66 Min., 11/2007) 1 CD

Theoretisch kann man sie nicht herstellen, die kleinen großen Glücksmomente, die entstehen, wenn sich gute Musiker im häuslichen Rahmen zusammenfinden und wie selbstvergessen zu musizieren beginnen. Doch dem Ensemble Les Witches ist es nach ihrem Album "Nobody's Jig" nun schon zum zweiten Mal gelungen, genau diese Atmosphäre auf einer CD einzufangen. Für ihre Session griffen sie auf Stücke aus einem Manuskript zurück, mit dem sich einst die um 1599 von den Spaniern aus Flandern vertriebene Susanne van Soldt samt ihrer Familie tröstete, stärkte und vergnügte.
Der lieblichen und diskreten Hausorgel, die das ehrbare Frauenzimmer zu van Soldts Zeiten zu schlagen pflegte, gesellen Les Witches ein buntes, aber in den Klangfarben sorgsam abgestimmtes Instrumentarium aus delikaten Streich-, Blas-, Zupf- und Schlaginstrumenten bei – unter ihnen die feinmetallene Cister und der rustikale flämische Rommelpott, deren Namen selbst schon aparte Klangassoziationen hervorrufen. Vollkommen natürlich wechseln sich populäre Tänze und Psalmen in den unterschiedlichsten Besetzungen ab. Verzierungen, improvisierte Variationen und Kontermelodien sind dabei so einfühlsam erfunden, dass man kaum einen Unterschied zu den im Anschluss an den 23. Psalm erklingenden, auskomponierten Variationen von Jan Pieterszoon Sweelinck ausmachen kann. Eine zauberhafte Flucht!

Carsten Niemann, 30.01.2009



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