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Leopold Mozart

Sinfonien

London Mozart Players, Matthias Bamert

Chandos/Codaex CHAN10496
(68 Min., 6/2007) 1 CD

Wer von Leopold Mozart nur die strengen Briefe an seinen Sohn Wolfgang kennt oder die etwas grämlich dreinblickenden zeitgenössischen Porträts, der wird sich seine Kompositionen wohl als pedantische und trockene Kopfgeburten vorstellen – und von der vorliegenden CD aufs Angenehmste enttäuscht werden. Denn der Salzburger Vizekapellmeister war ein seinerzeit durchaus angesehener Komponist, dessen geist- wie schwungvollen Sinfonien neben Werken prominenter süddeutsch-österreichischer Zeitgenossen wie Wagenseil oder Johann Stamitz 1762 die Aufnahme in den Katalog des Leipziger Verlegers Breitkopf gelang. Natürlich ist das Unterhaltungsmusik. Aber wie Leopold Mozart Motive entwickeln und harmonisch differenzierte Spannungen aufbauen kann (etwa im Andante der Sinfonie C-Dur, C 1), wie sein sinfonischer Stil bei allen flächigen Wirkungen doch in der Stimmführung fein durchgearbeitet wirkt bis hin zu einem Fugenfinale in Wiener Tradition (in der Sinfonie G-Dur G 14), aber auch die Rasanz einer italienischen Buffa-Overtüre nicht verschmäht – (Presto der Sinfonie D-Dur D 17) – das zeigt neben Handwerk und Fantasie einen wachen Sinn für vielfältige Einflüsse, wie ihn auch sein Sohn unter Beweis stellen sollte.
Die Aufnahme der London Mozart Players in der sehr verdienstvollen Serie "Contemporaries of Mozart" wirkt vordergründig traditionell statt historisierend – Matthias Bamerts differenzierter Einsatz von Klangfarben und sein Sinn für knackige rhythmische Pointierung aber werden dem unterhaltenden Geist der Werke vollauf gerecht.

Wolfgang Fuhrmann, 30.01.2009



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