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One Up Down Left Right

Rusconi

Sony Classical/Sony BMG 88697 39210-2
(44 Min., 8/2008) 1 CD

Schickt sich die Schweiz jetzt etwa an, Skandinavien Konkurrenz zu machen und das neue gelobte Jazzland in Europa zu werden? Es gab da in letzter Zeit durchaus gewisse Anzeichen – etwa in dem ziemlich aufregenden Zen-Funk von Nik Bärtsch oder in dem gewitzten Electrojazz des Quartetts manufactur. Keine Frage: Das Trio Rusconi muss man unbedingt dazurechnen. Mit ihrer ersten Major-Einspielung beanspruchen Pianist Stefan Rusconi, Kontrabassist Fabian Gisler und Schlagzeuger Claudio Strüby – drei Burschen Mitte/Ende 20 – ihren eigenen Platz in der zeitgenössischen Pianotrioszene. Natürlich, man hört die bewussten und unterbewussten Einflüsse: Das CD-Titelstück mit seinem unverschämt stampfenden Beat erinnert an The Bad Plus und – harmonisch – an "Blue Monday" von New Order, das Klaviersolo in "Stadtmitte" gemahnt an Brad Mehldaus lyrische Momente, "Girl with the Dancing Silver Shoes" weckt die unvermeidlichen e.s.t.-Assoziationen. Man darf sich hier und da auch gerne mal an Jamie Cullum erinnert fühlen.
Wie die Vorbilder mischt Rusconi Pop, Elemente romantischer Klaviermusik und Jazz zu einem süffigen Eklektizismus-Cocktail. Dabei bewahrt sich das Trio auf "One Up Down Left Right" jedoch eine eigene Geschmacksnote, die der Verkaterung vorbeugt. Sein Stil ist reduziert, nüchtern, verknappt, prägnant – und dabei oft humorvoll (sehr schön, wie sich die von Schlagzeuger Strüby eingestreuten Punk-, Disco- und Dancefloor-Beats ins Konzept einfügen). Kurz: Schweizer Präzisionsarbeit mit Herz und Seele.

Josef Engels, 20.02.2009



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