Responsive image
Herbert Howells, Benjamin Britten, Ralph Vaughan Williams

Werke für Violine und Klavier

John Gilbert, Susan Wass

Centaur/Klassic Center CRC2911
(67 Min., 8/2006) 1 CD

Englische Kammermusik vom Feinsten, bei uns wohl kaum bekannt: Herbert Howells, der später in seiner Laufbahn gern auch durch harschere Töne Aufmerksamkeit erregte, ist vertreten durch ein spätromantisches Jugendwerk, die Sonate E-Dur op.18, die ob ihres weitgehend sehr introvertierten Charakters zu recht auch als "Meditation für Violine und Klavier" bezeichnet wurde. Benjamin Brittens Suite für Violine und Klavier op. 6 darf, komponiert 1934/35, ebenfalls noch als Jugendwerk gelten. Britten amüsiert hier u. a. durch einen regelrechten Anti-Marsch, in welchem er den gewohnten militärischen Charakter dieses Satztyps völlig verleugnet, vermutlich vor dem Hintergrund seines Pazifismus. Der abschließende "Waltz" verweigert u. a. mittels recht herber Harmonik das Wohlbehagen, das die entsprechenden Elaborate der Straußdynastie liefern und lässt in seiner skurrilen Staksigkeit eher ein Marionettentheater assoziieren. Ralph Vaughan Williams’ Sonate a-Moll für Violine und Klavier ist ein Spätwerk ihres Schöpfers (entstanden erst 1954). Vaughan Williams’ vertrauter, lieblicher, u. a. von Volksweisen befruchteter Modalstil erscheint hier in ungewohnt rauem Gewand, durchzogen auch von intensiver kontrapunktischer Arbeit – das faszinierende Zeugnis eines integrativen Spätstils.
John Gilbert und seine Begleiterin Susan Wass zelebrieren dieses anspruchsvolle, in vieler Hinsicht interessante und auch überraschende Programm in tadelloser Weise auf hohem spieltechnischen und interpretatorischen Niveau; eine sehr gelungene Veröffentlichung.

Michael Wersin, 20.02.2009



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Zwei geniale Geiger auf einer CD vereint, die die Welt der Klassik und die des Jazz miteinander verbinden, als wäre es das natürlichste der Welt. Einfach toll! Stéphane Grappelli, der französische Geigenvirtuose, weitgehend Autodidakt, aber übersprudelnd vor musikalischen Ideen traf 1973 erstmals auf den acht Jahre jüngeren Yehudi Menuhin, ehemals Wunderkind und damals längst Geigen-Legende. Grappelli hatte mit dem Quintette du Hot Club de France die Clubs aufgemischt, Menuhin die […] mehr »


Top