home

N° 1290
28.01. - 03.02.2023

nächste Aktualisierung
am 04.02.2023



Responsive image

Compass

Joshua Redman

Nonesuch/Warner 75597 99230
(72 Min., 3/2008) 1 CD

Schon die Triobesetzung aus Saxofon, Kontrabass und Schlagzeug ist ungewöhnlich. Joshua Redman ging noch einen Schritt weiter: Er hatte bei seiner Platte "Compass" mit Larry Grenadier und Reuben Rogers zwei Bassisten sowie mit Brian Blade und Gregory Hutchinson zwei Drummer neben sich. Aus diesem Pool stellte er die Bands für die einzelnen Titel zusammen: fünf in Quintett-, zwei in Quartett- und sechs in Triostärke. Im Zentrum steht mit "Moonlight" eine auf Beethovens "Mondscheinsonate" fußende Ballade, in der die doppelt besetzte Rhythmusgruppe einen weiten Horizont eröffnet, der links und rechts vom Schlagzeug eingerahmt wird und in dessen Mitte das Tenorsaxofon sein verträumtes Lied singt – und wie! Mit einem Ton voll verhangener Farben, mal klagend und brüchig, dann fest, zart oder in einer kleinen Clownerie purzelnd. In "Identity Thief" umgibt die große Besetzung Redmans emotionales Solo über weite Passagen mit wildem Puls. Nicht ganz so nervös fällt "Just Like You" aus. In "March" unterlegen die vier Redmans Sopransaxofon mit einem verfremdeten Marschrhythmus, und "Little Ditty" ist eine hübsche Sopransaxofonballade mit wechselnden Begleitern.
Reizvoller als diese Quintetttitel sind die sechs Trionummern. Hier kommunizieren Redman und Partner wesentlich spontaner und intensiver, wobei jeder der beiden Schlagzeuger mit jedem der beiden Bassisten zum Zug kommt. Dies sind auch die Besetzungen, mit denen Redman in den vergangenen Jahren auf Tour war: eingespielte Ensembles, bei denen Breaks und Stimmungswechsel fast intuitiv erfolgen. Ähnlich intensiv, aber um Nuancen fülliger, fallen die beiden Quartetttitel "Uncharted" und "Through the Valley" aus. "Compass" ist keine nebenbei zu hörende Platte. Wer sich Zeit nimmt, hat an den an Überraschungen reichen Stücken aller Besetzungen Freude.

Werner Stiefele, 25.02.2009



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Auf Anregung seines Lehrers Carl Friedrich Zelter schrieb der blutjunge Felix Mendelssohn Bartholdy im Alter von 12 bis 14 Jahren zwölf Streichersinfonien im Zeitraum von 1821 bis 1823. Diese Werke bildeten sein Übungs- und Experimentierterrain für den musikalischen Satz, die Instrumentation und die sinfonische Form. Mendelssohn überschrieb die Stücke, die er mal mit drei und mal mit vier Sätzen gestaltete, wechselweise mit „Sinfonia“ oder „Sonata“. In ihnen fand die […] mehr


Abo

Top