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Robert Schumann

Frauenliebe und -leben, Lieder op. 104, op. 107 und op. 135

Sibylla Rubens, Uta Hielscher

Naxos 8.55 7078
(47 Min., 6/2007) 1 CD

Adelbert von Chamissos "Frauenliebe und –leben"-Gedichte, die Robert Schumann seinem berühmten Liederzyklus zugrunde legte, können für eine emanzipierte Frau von heute wohl durchaus ein Problem darstellen: Allzu hingegeben an ihren Göttergatten scheint die Protagonistin, ihre eigenen sehnlichsten Wünsche decken sich auf wundersame Weise mit dem, was der Gemahl offenbar von ihr erwartet – indes verabschiedet er sich allzu früh durch Tod aus ihrem Leben, was ihr erstmals Anlass gibt, den nunmehr Abwesenden als "hart" und "unbarmherzig" zu bezeichnen. Es ist hier nicht der Ort, zu diskutieren, ob man sich als Frau im 21. Jahrhundert Gefühle wie die hier ausgebreiteten noch wünschen und gestatten darf. Fakt ist jedenfalls, dass es auch heute eine Reihe von Interpretinnen gibt, die durch "Flucht nach vorn", indem sie sich nämlich die hier ausgebreitete Gefühlswelt hochemotional und sängerisch ausdrucksstark zu eigen machen, völlig überzeugende Interpretationsergebnisse erzielen; genannt seien hier Bernarda Fink und Sarah Connolly.
Sibylla Rubens "Flucht nach vorn" sieht dagegen etwas anders aus: Sie huscht mit überraschend hohem Tempo durch die Gesänge und umschifft so weiträumig die emotionalen Klippen, denen andere mutig die Stirn bieten. Da, wo sie sich mehr Zeit nimmt, verunklart ein sattes Vibrato ihr einstmals (und heute noch immer erkennbar) schönes Timbre – keine wirkliche Meisterleistung, vor allem vor dem Hintergrund der Vergleichseinspielungen, die der Markt bietet.

Michael Wersin, 25.02.2009



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