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Bird In Time 1940 - 1947

Charlie Parker

ESP Records/SunnyMoon ESP 4050
(279 Min., 1940-1947) 4 CDs

Um kaum einen Musiker ranken sich mehr Legenden als um den Altsaxofonisten Charlie Parker. Er war Junkie, starb früh und entkräftet, hatte diverse Affären und verkörperte zudem noch eine der größten Innovationen des Jazz: die Wende vom Swing zum Bebop. In Rondo interessiert nur Letzteres – und hierzu geben die vier CDs der Box "Bird In Time" wertvolle Hinweise. Überwiegend Liveaufnahmen aus jenen Jahren illustrieren, dass die Stilrevolution des Bebop nicht nur, wie es manche Jazzgeschichten nahelegen, in einigen Sessions in Minton’s Playhouse und Monroe´s Uptown House erarbeitet wurde, sondern sich mindestens in gleichem Maße im Schoß der Swing Big Bands entwickelte. Fast vier Stunden Musik und rund 52 Minuten Interviews mit den Schlagzeuger Roy Porter und Max Roach, dem Trompeter Howard McGhee, dem Vibrafonisten Milt Jackson, dem Tenorsaxofonisten Teddy Edwards und dem Sänger Earl Coleman versetzen in die Umbruchsjahre 1940 bis 1947 zurück. Sie berichten von Bands, in denen sie gespielt haben, erinnern sich an deren Mitglieder: Schöne Erinnerungen, die allerdings für sich genommen noch keine Jazzgeschichtsschreibung ergeben.
Ursprünglich hatte Michael D. Anderson die Interviews für eine Radioserie "Bebop City" in den Jahren 1984 bis 1995 zusammengestellt; einen Teil der Gespräche hatte er selbst geführt, einen Teil konnte er aus den Archiven von Bernard Brightman und Boris Rose übernehmen. Der CD-Ausgabe gibt er so viel Text bei, dass er zwei 32-seitige Booklets füllt. Dabei handelt es sich zwar auch eher um eine wie ein überarbeitetes Sendemanuskript wirkende Materialsammlung. Dennoch vertiefen die so gewonnenen Informationen das Bild der Zeit beträchtlich.

Werner Stiefele, 05.03.2009



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