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N° 1290
28.01. - 03.02.2023

nächste Aktualisierung
am 04.02.2023



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Claudio Monteverdi

Selva morale e spirituale

La Venexiana, Claudio Cavina

Glossa/Note 1 GCD920914
(208 Min., 5/2005) 3 CDs

Mit der Veröffentlichung seiner "Selva morale e spirituale" ordnete Claudio Monteverdi 1641 seinen musikalischen Nachlass und bündelte die schönsten Stücke aus seiner Kapellmeistertätigkeit am Markusdom zu einer Art musikalischer Loseblattsammlung. 37 Stücke überwiegend zur festlichen Ausstattung der Gottesdienste enthält das Konvolut, darunter mehrere Vertonungen von Standardtexten wie dem "Salve regina" und dem "Magnificat". Um der Hörermüdung entgegenzuwirken, hatte Konrad Junghänel in seiner hoch gelobten Gesamteinspielung die Stücke nach dem Prinzip größtmöglicher Abwechslung zusammengestellt. In seiner beim Festival von Cuenca mitgeschnittenen Aufführung geht Claudio Cavina einen anderen Weg: Zwei Vespern und eine Messe hat der Chef von La Venexiana aus dem Material zusammengestellt und die Musik durch Antiphone und Responsorien wieder in ihren liturgischen Kontext eingebunden. Das überzeugt, weil die Einzelteile durch den übergeordneten Sinnzusammenhang ihre sakraldramaturgische Funktion als Höhepunkte des Gottesdienstes zurückgewinnen. Dazu passt auch, dass die Aufführung, bei der die Musiker offenbar (nicht anders als im Markusdom) im Raum verteilt waren, in einer Kirche mitgeschnitten wurde: Der Hall verleiht der Musik Glanz und Räumlichkeit, in der sich die prächtigen Bläsereinsätze erst entfalten können (es empfiehlt sich allerdings, die Lautstärke höher einzustellen).
Tatsächlich gelingt den Venexianern eine Referenzaufnahme: Ihrem affektgeladenen Gesang hört man die Erfahrungen an, die sie mit ihrer Gesamtaufnahme der Monteverdi-Madrigalbücher gemacht haben. Gegenüber der theatralischen Anschaulichkeit und der emotionalen Intensität, mit der Cavinas Truppe noch jedes vokale Ornament erfüllt, wirken Junghänels Sänger reichlich indifferent. Und alle Kantoren, die immer nur die "Marienvesper" aufs Programm setzen, haben hier plötzlich drei großartige, abendfüllende Monteverdiwerke zur Auswahl.

Jörg Königsdorf, 14.03.2009



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