home

N° 1220
25.09. - 01.10.2021

nächste Aktualisierung
am 02.10.2021



Responsive image
Robert Schumann

Carnaval, Sinfonische Etüden, Klavierstücke op. 32, Intermezzi op. 4 u.a.

Wolfram Schmitt-Leonardy

Brilliant Classics/Foreign Media MMK 93772
(139 Min., 3/2006 u. 4/2008) 2 CDs

Ähnlich wie das Schweizer Label Claves bei seinem parallelen Projekt verteilt auch Brilliant Classics seine Gesamtaufnahme des Klavierwerks von Robert Schumann auf mehrere Pianisten – eine gute Idee, die die Chancen auf gewissenhafte Interpretationen vor allem der unbekannteren Werke erhöht. In der dritten Folge kommt nun der Saarbrücker Klavierprofessor Wolfram Schmitt-Leonardy mit dem "Carnaval" und den "Sinfonischen Etüden", aber auch einigen seltener gespielten Zyklen wie den Klavierstücken op. 32 und den Intermezzi op. 4 zum Zuge. Über die respektable technische Bewältigung hinaus haben die Aufnahmen leider nichts, was sie aus der Flut der Vergleichseinspielungen heraushebt: Individualität, oder gar provokative Zuspitzungen des Materials sind bei Schmitt-Leonardy Fehlanzeige.
Im "Carnaval" halten sich Charme und Temperament in Grenzen, der Schwung der teils recht gemächlich (Etüde V) genommenen "Sinfonischen Etüden" wird durch die Interpolation der fünf Anhangsetüden noch zusätzlich ausgebremst. Schon der zweite Teil des Andante-Themas zerkrümelt hier, statt Poesie und Geheimnis zu entfalten. Ein Grundproblem ist dabei die Tongebung von Pianist und Instrument: Der Klang des Steinway ist in Bass und Mittellage einfach zu dick, um den Akkorden noch Feinnervigkeit abzugewinnen – gerade die dunkle Seite Schumanns wird unter mulmigem Gedonner versteckt. Auch bei den kleineren Zyklen wie den Nachtstücken op. 23 will der romantische Funke nicht wirklich zünden: Gegenüber dem Facettenreichtum, den ein Claudio Arrau im beginnenden Trauermarsch entdeckte, agiert Schmitt-Leonardy zu neutral, die fanfarenartigen Akkorde im Diskant, die die Wiederkehr des Marsches krönen, besitzen bei ihm keine aufschwingende Kraft. Da ist die Konkurrenz einfach besser.

Jörg Königsdorf, 11.04.2009



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Sanfter Umbruch: Die Jahre als Kapellmeister beim Fürsten Ésterhazy weiß Joseph Haydn als Experimentierfeld zu nutzen. Das zeigen nicht nur seine fast planvollen Erprobungen im Bereich der Sinfonie, deren weltweit geschätzter Könner er werden wird, sondern auch die solistischen Einsätze und in diesen Jahren entstandenen Solokonzerte. Wie auch Mozart kannte Haydn die Solisten, für die er schrieb alle persönlich, es waren meist seine Kollegen in der Hofkapelle. Die beiden überlieferten […] mehr


Abo

Top