Responsive image
Johannes Brahms, Wolfgang Amadeus Mozart

Violinkonzert op. 77, Violinkonzert Nr. 3 KV 216

Julian Rachlin, Symphonieorchester des BR, Mariss Jansons

Warner 2564 61561-2
(64 Min., 2/2004) 1 CD

Einmal mehr erweist sich Mariss Jansons als hervorragender Begleiter eines Solisten: Die Orchesterexposition des ersten Satzes von Brahms’ Violinkonzert gestaltet er mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks klassizistisch streng und rhythmisch markant; er zwingt den gewöhnlich voll Ungeduld auf die Solovioline wartenden Hörer damit nicht nur zur Aufmerksamkeit, sondern liefert vor allem Julian Rachlin interpretatorische Eckdaten, innerhalb derer er seine vor allem in die unteren dynamischen Bereiche hinein vielschichtig ausdifferenzierte Idee des Soloparts wirkungsvoll entfalten kann. Hierin liegt die Besonderheit der vorliegenden Aufnahme: Rachlin verfügt nicht über jenen vollen, süffigen Ton vieler Kollegen, der dieses Konzert oft zu einer üppigen Klangorgie werden lässt; er brilliert dafür aber mit einer Delikatesse auf Basis einer breiten Farbenpalette, mittels derer er einige Passagen des Werks in ein neues Licht zu setzen vermag.
Nicht ganz so überzeugend wie bei Brahms funktioniert die Zusammenarbeit bei Mozarts drittem Violinkonzert KV 216: Ein wenig zu sparsam und spitz erscheint hier oft Rachlins Tongebung, bisweilen auch allzu gerade für eine nicht-historisierende Darbietung vor entsprechend weichem, zuckersüßem orchestralen Hintergrund. Bezaubernd intensive und dichte Momente gibt es allerdings auch hier, namentlich im langsamen Satz, wo die dynamische Spannweite - ähnlich wie bei Brahms - äußerst effektvoll bis zum Pianissimo ausgereizt wird.

Michael Wersin, 21.08.2004



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Aus Licht geboren: Wenn die längsten Nächte des Jahres wieder anstehen, haben die Menschen zugleich die meiste Kontrolle darüber, wie sie ihr Tagewerk oder ihren Feierabend ausleuchten wollen, hell oder dämmrig, elektrisch oder mit Kerzen, Kalt- oder Warmweiß. Die christlichen Lichtbräuche, die mit der nun beginnenden Adventszeit einhergehen, wie das zunehmende Kerzenlicht des Adventskranz, haben ihren Ursprung im viel älteren heidnischen Mythos des Sonnenhelden, der zur Sonnenwende die […] mehr »


Top