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N° 1273
01. - 07.10.2022

nächste Aktualisierung
am 08.10.2022



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Antonio Vivaldi

Vespro per la Vergine

Musica Fiata, La Capella Ducale, Roland Wilson

DHM/Sony BMG 88697 31870-2
(79 Min., 1/2008) 1 CD

Zwei erst im Jahre 2005 Antonio Vivaldi zugesprochene Psalmvertonungen nahm Roland Wilson zum Anlass, unter Verwendung weiterer Vesperkompositionen des Venezianers eine "Marienvesper" zusammenzustellen. Von den beiden "neuen" Vivaldis konnte Robert King seinerzeit für seine Gesamtaufnahme der geistlichen Musik Vivaldis nur noch "Nisi Dominus" (RV 803) berücksichtigen, während "Dixit Dominus" (RV 807), eine in ihrer Ideenvielfalt und stupend opernhaften Virtuosität wahrhaft eindrucksvolle Komposition, in seiner Sammlung fehlt: Allein dies ist Grund genug, Wilsons gelungene Einspielung zu goutieren.
Wilson arbeitet mit einem All-Star-Ensemble, das im vokalen Bereich gleichzeitig die Soli stellt und das Tutti bildet; Ripienisten treten nicht hinzu. Dies tut der Klangfülle keinen Abbruch, selbst im doppelchörigen "Lauda Jerusalem" (RV 609) nicht, wo auf jede Stimme nur ein Sänger fällt. An den Vokalisten gibt es nicht sehr viel auszusetzen: Schön die Wiederbegegnung mit dem Tenor Markus Brutscher und seiner unvermindert glühend-vibranten sowie gleichermaßen sehr beweglichen Stimme, die ihm eine erstklassige Darbietung des Tenorsolos "Dominus a dextris tuis" aus RV 803 ermöglicht. Gern hätten wir die Altistin Elisabeth Popien öfters gehört – sie brilliert solistisch nur im Terzett "Et exultavit" (RV 610), während sonst die gleichfalls wohltimbrierte, aber nicht immer völlig intonationssichere Elisabeth Graf die Altsoli bestreitet. Nicht hundertprozentig ausgeglichen (manchmal etwa spitz, manchmal matt) präsentiert sich Susanne Rydén, die zum Nachteil der Fachkollegin Constanze Backes fast sämtliche Sopransoli zugeteilt bekam. Dennoch: Der Gesamteindruck überzeugt weitestgehend.

Michael Wersin, 07.05.2009



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