home

N° 1223
16. - 22.10.2021

nächste Aktualisierung
am 23.10.2021



Responsive image
Louis Spohr

Flötensonaten

Elisabeth Möst, Ieuan Jones

Naxos 8.57 2269
(70 Min., 10/2007) 1 CD

Mit seinem diesjährigen Cojubilar Mendelssohn verbindet Louis Spohr (1784-1859) nicht nur die Eigenschaft, einige Zeit aus ideologischen Gründen als weichlich und sentimental verschrien worden zu sein, sondern auch, trotz aller Schmähungen, nach wie vor zu den bedeutendsten Vertretern der Romantik gezählt zu werden. Eine schöne Gelegenheit, ihn in der letzteren Eigenschaft kennenzulernen, liefert diese Aufnahme seiner Sonaten für Flöte und Harfe. Die Stücke bieten auch deshalb einen guten Einstieg in die Welt des Komponisten, weil er sie – in der alternativen Besetzung für Violine und Harfe – zusammen mit seiner Frau Dorette bei Konzertreisen vorzutragen pflegte. Die hier gewählte Besetzung mit Flöte und Harfe, die Spohr bei allen Veröffentlichungen ausdrücklich autorisierte, unterstreicht das ätherisch-entgrenzte, ja, fast geisterhafte Moment von Spohrs Romantikauffassung, das man auch in seiner reichen Harmonik entdecken kann. Zugleich ist die Flöte Idealbesetzung für die Sonate op. 113, die recht individuelle, fast privat zu nennende Paraphrasen zu Mozarts "Zauberflöte" enthält.
Elisabeth Möst und Ieuan Jones tragen diese Musik, zu der auch die Ersteinspielung der trotz ihrer frühen Entstehung erstaunlich reifen Sonate op. 16 gehört, sehr souverän und mit durchaus differenzierter Artikulation vor, ohne allerdings die vielfältigen emotionalen Schattierungen von Spohrs Sprache vollständig auszukosten. Gelegentlich würde man sich gerade in der hohen Lage der Harfe auch einen weniger brillant-energischen Zugriff wünschen – nicht zuletzt deswegen, weil Jones nicht das klangfarbenreichere, zarter besaitete, historische Instrument verwendet, mit dem Dorette Spohr Ehemann und Publikum hinzureißen pflegte.

Carsten Niemann, 15.05.2009



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Der Beginn ist bekanntlich eine sehr delikate Phase. Womit also fängt man an, als junges Klaviertrio, die ersten Schritte machend auf dem diskografischen Karriereweg? Das Silver Trio hat für sein Album-Debüt Beethoven, Rachmaninow und Bernstein ausgewählt. Eine durchaus merkwürdige Kombination, nicht weil man Musik verschiedener Epochen nicht auf einer CD vereinen dürfe – ganz im Gegenteil, so machen es viele Ensembles teils mit großem Erfolg. Da einem aber irgendwie keine Verbindung […] mehr


Abo

Top