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Louis Spohr

Flötensonaten

Elisabeth Möst, Ieuan Jones

Naxos 8.57 2269
(70 Min., 10/2007) 1 CD

Mit seinem diesjährigen Cojubilar Mendelssohn verbindet Louis Spohr (1784-1859) nicht nur die Eigenschaft, einige Zeit aus ideologischen Gründen als weichlich und sentimental verschrien worden zu sein, sondern auch, trotz aller Schmähungen, nach wie vor zu den bedeutendsten Vertretern der Romantik gezählt zu werden. Eine schöne Gelegenheit, ihn in der letzteren Eigenschaft kennenzulernen, liefert diese Aufnahme seiner Sonaten für Flöte und Harfe. Die Stücke bieten auch deshalb einen guten Einstieg in die Welt des Komponisten, weil er sie – in der alternativen Besetzung für Violine und Harfe – zusammen mit seiner Frau Dorette bei Konzertreisen vorzutragen pflegte. Die hier gewählte Besetzung mit Flöte und Harfe, die Spohr bei allen Veröffentlichungen ausdrücklich autorisierte, unterstreicht das ätherisch-entgrenzte, ja, fast geisterhafte Moment von Spohrs Romantikauffassung, das man auch in seiner reichen Harmonik entdecken kann. Zugleich ist die Flöte Idealbesetzung für die Sonate op. 113, die recht individuelle, fast privat zu nennende Paraphrasen zu Mozarts "Zauberflöte" enthält.
Elisabeth Möst und Ieuan Jones tragen diese Musik, zu der auch die Ersteinspielung der trotz ihrer frühen Entstehung erstaunlich reifen Sonate op. 16 gehört, sehr souverän und mit durchaus differenzierter Artikulation vor, ohne allerdings die vielfältigen emotionalen Schattierungen von Spohrs Sprache vollständig auszukosten. Gelegentlich würde man sich gerade in der hohen Lage der Harfe auch einen weniger brillant-energischen Zugriff wünschen – nicht zuletzt deswegen, weil Jones nicht das klangfarbenreichere, zarter besaitete, historische Instrument verwendet, mit dem Dorette Spohr Ehemann und Publikum hinzureißen pflegte.

Carsten Niemann, 15.05.2009



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