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Franz Schmidt

Sinfonie Nr. 1, Introduktion, Zwischenspiel und Karnevalsmusik aus "Notre Dame"

Sinfonieorchester Malmö, Vassily Sinaisky

Naxos 8.57 0828
(61 Min., 8/2007) 1 CD

Rundflug gefällig über die Musiklandschaft der letzten 300 Jahre? Wir steigen ein in einen Riesenzeppelin und überfliegen zunächst mit barock-punktiertem Pomp Versailles, schwenken dann mit Schumann, Brahms und Wagner zu Rhein und "Rheingold" hinüber, lassen uns mit Bruckner vom Alpenglanz verzaubern und suhlen uns quasi mit Weber und Schubert und viel warmem Hörnerglanz in tiefer Waldesruh'-Romantik. Schließlich statten wir der fugiert-kontrapunktischen Nürnberger "Meistersinger"-Festwiese einen Besuch ab und weilen andächtig mit Mendelssohn'schen, feierlichen Reformationschoral-Klängen auf der Wartburg. Auch wenn man – philisterhaft – noch etliche weitere Anflugstationen, sprich Zitate und Vorbildverweise nennen könnte, so besticht die 1902 in Wien vom Komponisten selbst uraufgeführte E-Dur-Sinfonie Franz Schmidts doch auch mit originellen Einfällen und vor allem einer Orchestrierungskunst, die den Riesenapparat sowohl in seiner Tuttifülle wie in seinen Klanggruppen-Auffächerungen apart zur Geltung bringt. Darin hatte der 1874 im k. u. k.-ungarischen Pozsony/Pressburg (heute Bratislava) Geborene genügend Anschauungsmöglichkeiten: Schon der 22-jährige Wiener Hofoperncellist konnte unter anderem mit Gustav Mahler und Robert Fuchs führenden Dirigentenkomponisten der Zeit über die Schulter schauen. Malmös Sinfoniker lassen das eingängige Werk zwar nicht ganz so makellos erglänzen wie ihre Kollegen aus Chicago unter Neeme Järvi, doch den effektvollen, schwelgerisch-opulenten Ton, der auch die drei Orchesterstücke der "Notre Dame"-Oper (mit heimatlich-ungarischem Kolorit) durchzieht, den treffen auch die Schweden vortrefflich. Sodass man gespannt sein darf auf die drei weiteren Gattungsbeiträge dieses renaissancewürdigen Wahl-Österreichers.

Christoph Braun, 31.07.2009



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