Responsive image
Johannes Brahms

Violinsonaten

Vladimir Spivakov, Alexander Ghindin

Capriccio/Delta Music SACD 71 082
(71 Min., 10/2002) 1 CD

Eine durchwachsene Einspielung von Johannes Brahms’ wundervoller Sonaten-Trias, bei der leider vor allem die Visitenkarte, die erste Sonate in G-Dur (op. 78), nicht gut gelang: Die agogischen Freiheiten, die Spivakov und sein Begleiter Ghindin sich im Kopf- und im Schlusssatz immer wieder gestatten, ergeben interpretatorisch wenig Sinn; die expressiven Kantilenen des langsamen Mittelsatzes bleiben hinsichtlich der großen Gestaltungsmöglichkeiten, die sie bieten, oft recht ungenutzt. Unschön auch Spivakovs oft unstete, flackernde Tongebung. Interessanter wird’s ab der zweiten Sonate in A-Dur (op. 100): Während noch im Kopfsatz passagenweise das eigenartig kraftlose und wenig zielgerichtete Spiel Ghindins irritiert, scheinen die Interpreten im Mittelsatz erstmals wirklich ganz zueinander zu finden. Von da an geht es aufwärts; der außergewöhnlich schöne Ton von Spivakovs Stradivari "Hrimali" (1712) kommt besonders gut in den tiefer gelegenen Abschnitten des Kopfsatzes der dritten Sonate d-Moll (op. 108) zur Geltung, wo sich Spivakov endlich zu wirklich leidenschaftlichem, süffigem Spiel entschließt. Schade, dass es so nicht von Anfang an klingt, obwohl doch gerade die erste Sonate genügend Gelegenheit zu weitreichendem Engagement in puncto Legato-Intensität und Klangschönheit böte!

Michael Wersin, 10.11.2006



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Mit Leidenschaft: Zwischen Beethoven- und Schumann-Haus in der Bonner Brahmsstraße aufgewachsen – damit ist das Programm von Fabian Müllers neuer CD umrissen. Unter dem Titel „Passionato“, entlehnt von Ludwig van Beethovens Dauerbrenner-Klaviersonate und Expressivitätsgipfelwerk, bricht sich hier die Erregung, ja gar die aufgestaute Corona-Wut Bahn. In auftrittsarmen Zeiten bleibt freilich nur der diskografische Weg zum Ausdruck des eigenen Pianisten-Ichs. Es würde aber auch nicht […] mehr »


Top