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Franz Schubert, Wolfgang Amadeus Mozart

Messe in Es, D 950, Vesperae solennes de confessore

Chor der Sächsischen Staatsoper Dresden, Sächsische Sächsische Staatskapelle Dresden, Charles Mackerras

Carus/Note 1 CAR83.249
(77 Min., 4/2008) 1 CD

Charles Mackerras ist ein Pionier der historischen Aufführungspraxis, die er seit einiger Zeit (wie auch Harnoncourt oder Norrington) immer öfter mit modernen Klangkörpern verwirklicht. Lediglich in den Mozartvespern setzt er enger mensurierte Posaunen aus dem 18. Jahrhundert ein, da Posaunen damals noch die Chorstimmen (außer die Soprane) verdoppelten und die flexibleren Originalinstrumente die schnellen Koloraturen rascher nachvollziehen. Bei Schubert hält Mackerras, ein Dirigent der prononcierten Akzentsetzung, das Werk an kurzer Kandare, er unterstreicht noch dessen Theatercharakter – der dann aber (etwa im Gloria) von wunderschönen, echt Schubert'schen Lyrismen überwachsen ist. Solisten, Chor und Orchester hatten einen sehr guten Tag, man glaubt kaum, dass die Aufnahme in einem einzigen Konzert entstand, mit wenigen "Nachbesserungen".
Die Schubertmesse (sein letztes Orchesterwerk) ist selten zu hören, und aus den Mozartvespern kennt man eigentlich nur die große Sopranarie "Laudate Dominum" (von Genia Kühmeier in wunderbar entrückter, beinahe körperloser Manier gesungen). Das heißt, der Repertoirewert ist hoch. Mackerras wird jetzt auch schon 84, aber seine Fähigkeit, ein gutes Orchester zu pointiertem und emotionalem Spiel zu animieren, hat nichts an Kraft eingebüßt. Und da der Klang der Dresdner Frauenkirche erfreulich trocken und in natürlicher Perspektive eingefangen wurde, gut gestaffelt, kann man die Aufnahme als hochgelungen empfehlen – laudate dominum!

Thomas Rübenacker, 14.08.2009



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