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Robert Schumann, Franz Schubert, Frédéric Chopin

Frühe Aufnahmen Teil 1

Swjatoslaw Richter

Naxos 8.11 1352
(66 Min., 1948-1956) 1 CD

Swjatoslaw Richter, der eigenwillige Klaviertitan, in jüngeren Jahren: Zwischen 1948 und 1956 entstanden die Einspielungen, die der blind geborene, amerikanische Toningenieur und Schallplattensammler Ward Marston für diese CD technisch überarbeitet hat. Während die Auszüge aus Schumanns "Nachtstücken", die Richter 1948 in Moskau einspielte, noch kein allzu klares interpretatorisches Konzept erkennen lassen, – im "Aufschwung" donnert Richter mit brillanter Technik über so manches Detail hinweg – erfreut die 1956 in Moskau aufgenommene "Humoreske" durch beachtliche Ausgewogenheit zwischen technischem Finish und nunmehr differenzierterem Ausdruckswillen: faszinierend etwa die manisch übersteigerte Unrast im zweiten Satz, die sich in Richters Interpretation zur beklemmenden Obsession steigert.
Weniger beglückend dagegen präsentieren sich wiederum die Schubert-Klavierstücke, die 1952 in Moskau festgehalten wurden: Das Es-Dur-Impromptu D. 899 rast etüdenhaft dahin, und im As-Dur-Impromptu D. 935 geraten fast alle punktierten Viertel auf der zweiten Zählzeit des Dreiertaktes zu kurz, wodurch das Stück einen unruhig-hinkenden Duktus erhält, für den es kaum eine exegetisch sinnvolle Erklärung geben kann.

Michael Wersin, 21.08.2009



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