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Georg Friedrich Händel

12 Sonatas op. 1

Richard Egarr, Pavlo Beznosiuk, Rachel Brown, Frank de Bruine

harmonia mundi HMU 907465.66
(147 Min., 9/2007) 2 CDs

Wer im Händeljahr mit der Aufnahme eines Werks aus der Feder des populären Jubilars auf sich aufmerksam machen möchte, der hat die Wahl zwischen vielen pompösen Stücken. Doch wo die Lautstärke anschwillt, da macht man besser mit leisen Tönen auf sich aufmerksam. Diese Weisheit hat Richard Egarr beherzigt. Zusammen mit seinen drei Kollegen Pavlo Beznosiuk (Violine), Rachel Brown (Travers- und Blockflöte) sowie Frank de Bruine (Oboe) – sämtlich Mitglieder in der von Egarr geleiteten Academy of Ancient Music – hat er sich Händels Opus 1 angenommen: zwölf Sonaten mit Generalbass, bei denen die Soloinstrumente von Sonate zu Sonate in bunter Folge wechseln. Dass man sich genau an die im Druck vorgesehene Besetzungen hält, macht einen Reiz dieser Einspielung aus. Egarr begleitet die Kollegen wie einst Händel seine Musiker ohne Zuhilfenahme eines weiteren Bassinstrumentes am Cembalo, was den Dialog unter den Ausführenden ausgewogener erscheinen lässt, als das bei diesen Stücken oft der Fall ist. Man merkt der Musizierhaltung der Ausführenden an, dass eine Reihe von Konzerten in Händels Musikzimmer vorausgingen. Anders als in den Einspielungen mit seinem Duopartner Andrew Manze sucht Egarr mit seinen Kollegen keine großen Menschenansammlungen zu überzeugen: Man bleibt im kleinen Kreis, spricht in klug gegliederten, von geschmackvollen Verzierungen belebten Phrasen zueinander, erlaubt sich auch, den einen oder anderen Gedanken mit Gelassenheit auszusprechen, anstatt ihn mit der Emphase eines Wahlkämpfers in den Raum zu rufen. Weshalb die Chancen gut stehen, dass das Ergebnis dieses Dialogs auch noch lange über das Jahr hinaus des Anhörens wert sein wird.

Carsten Niemann, 11.09.2009



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