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Solo – Live From San Francisco

McCoy Tyner

Half Note/Warner 1689245412
(50 Min., 5/2007) 1 CD

Als Sideman von John Coltrane schrieb McCoy Tyner in den Sechzigern Jazzgeschichte. Auch Jahrzehnte später zählt der 1938 geborene Pianist zu den Großen seines Fachs, der es versteht, seine Zuhörer mit magischen Rhythmen und dichten Clustern zu faszinieren. Beim Solokonzert vom 6. Mai 2007 in San Francisco wanderte er zwischendurch zu Stride-Passagen, erging sich in verträumten Spielereien, türmte Akkorde auf und schwelgte in zarten Melodien – und all dies in einem konsequenten, fantasievollen Fluss. Sei es ein packendes "African Village", seien es die Coltrane-Klassiker "Naima" und "Lazy Bird": In fast allen Stücken knüpft Tyner an das hymnische, intensive Spiel an, das ihn einzigartig gemacht hat. Zwischendurch zeigt er aber auch im "Blues for Jeff", dass er selbst ein ganz konventionelles Motiv mit seiner persönlichen Note ausstatten kann. In den übrigen Titeln bis zum abschließenden Ellington-Klassiker "In a Mellow Tone" tippt er Stimmungen und Gefühle an, kokettiert mit seinen brillanten technischen Möglichkeiten, lässt Themen treiben und verdichtet sie urplötzlich. Das alles wirkt, als ob ein älterer Herr mit Ausschweifungen und Rückbesinnungen aus seinem Leben erzählen würde – immer einem roten Faden entlang, mal beschleunigend, mal verharrend, und vor allem häufig mit einem selbstbewussten Augenzwinkern.

Werner Stiefele, 18.09.2009



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