home

N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



Responsive image
Antonio Vivaldi

Arien

Cecilia Bartoli, Il Giardino Armonico, Giovanni Antonini

EMI Classics 216 5879
(106 Min., 2000) 1 DVD

Cecilia Bartoli ist ein Naturereignis, ein stets busenbebender Vulkan. Und kündigen sich auch die wohl höllischsten Koloraturketten an, die ein italienischer Barockkomponist jemals zu Papier bringen konnte, dann reißt sie ihre riesigen Augen noch mehr auf, geht in Hab-Acht-Stellung und legt los. Jede Bartoli-Show steht damit nicht nur im Zeichen der Kunst. Die Italienerin weiß, wie sie mit ihren artistischen Möglichkeiten und ganz ohne Netz und doppelten Boden die Massen einfängt und überwältigt. So geschehen im Jahr 2000 im Pariser Théâtre des Champs-Élysées, als die Bartoli "Viva Vivaldi" ausrief. Zur Seite hatte sie dabei wie gewohnt mit Il Giardino Armonico ein Ensemble, das ja in seinem musikhistorischen Zugriff nicht unbedingt als schüchtern gilt. Aber als man der Bartoli Momente des Durchatmens gönnte, um sich zwei Konzerten für Flöte bzw. Laute zu widmen, verlor der Abend doch schnell wieder an Spannung. Zumal die Truppe um Giovanni Antonini auch visuell nicht viel hermacht.
Frisch aufgezogen, wie ehemals Offenbachs Olympia, setzte die Bartoli sodann aus dem Stand heraus ihren Schnelldurchlauf durch Vivaldi-Opern und -Oratorien fort. Mit einer Rasanz in der Gurgel und mit einem empfindsamen Mienenspiel in den langsamen Arien, die eigentlich keinen kalt lassen konnten. Dennoch ist man schnell übersättigt. Von einer durchgehend makellos dargebotenen, aber irgendwie konfektioniert wirkenden Zauberkraft der Musik. Und da es anscheinend selbst unter den Produzenten inzwischen eine weitverbreitete Meinung ist, dass erst Cecilia Bartoli zählt und dann das Werk, hat man wohl deswegen auch auf ein Booklet mit den durchaus wünschenswerten Programmdetails verzichtet.

Guido Fischer, 10.10.2009



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Eigentlich plante Gustav Holst eine Pianistenkarriere, eine Nervenentzündung im rechten Arm zwang ihn jedoch dazu, sich umzuorientieren. So wandte er sich der Komposition zu und begann ein Kontrapunktstudium in Oxford. Sein Kollege Ralph Vaughan Williams hatte bereits zwei Jahre in London studiert und war anschließend nach Cambridge gegangen. 1895 trafen sich schließlich beide am Londoner Royal College of Music, daraus entstand eine der dauerhaftesten Freundschaften in der britischen […] mehr


Abo

Top