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Esa-Pekka Salonen, Jean Sibelius

LA Variations, 5. Sinfonie

Orchester des Verbier Festival, Esa-Pekka Salonen

medici arts/Naxos 3078648
(56 Min., 7/2007) 1 DVD

Aller Anfang ist schwer und mühsam. Wer aber das Glück hat, durch die kompromisslos fordernde Schule zu gehen, der kann es weit bringen. Das beim Schweizer Verbier Festival zusammengerufene Trainingsorchester muss zwar Jahr für Jahr seinen Sound und sein Gefüge neu finden. Jedoch scheint man den Nachwuchsmusikern ausreichend Probenzeit zur Verfügung zu stellen, um den Live-Test bloß nicht zu verhauen. Und 2007, als der finnische Dirigent Esa-Pekka Salonen für die gemeinsame Zusammenarbeit eingeladen worden war, ging es dementsprechend gleich in die Vollen. Mit Salonens Orchesterstück "LA Variations", das sich inzwischen zu einer Art Klassiker der Postmoderne entwickelt hat, und mit der populären und demnach viel geschundenen 5. Sinfonie von Jean Sibelius.
Auch wenn gerade bei Salonens Landsmann manchmal nicht direkt alles in Perfektion abläuft (im Finalsatz schlägt die Homogenität leicht ins Strohige um), folgen die Musiker ihrem Herrn und Meister Salonen mehr als nur engagiert. Von stimmungsvoll-nordischer Süffigkeit und wohligem Plüsch lässt man gemeinsam die Finger. Lieber horcht das bis in die Holzbläsergruppe beeindruckend besetzte Orchester in die kammermusikalischen Lebenszellen hinein – um aus und mit ihnen wieder das große Ganze mit all seinen formalen Verzahnungen sowie Außen- und Innenspannungen zu entwickeln. Mit Herz und mit Verstand präsentierte man so diese Sibeliussinfonie vor Publikum. Und aus Salonens vielsprachig eingehängten "LA Variations" mit ihren Strawinsky-, Bernstein- und Asia-Feeling-Assoziationen wurde nicht etwa Kauderwelsch, sondern ein mitreißend flackerndes Klangkaleidoskop.

Guido Fischer, 10.10.2009



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